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Solingen: Mit Ehrgeiz in die Ausbildung

Solingen : Mit Ehrgeiz in die Ausbildung

Zehn Monate lang haben 18 Hauptschüler im Rahmen des Projektes "Die Chance" der IHK-Lehrwerkstatt freiwillig in ihrer Freizeit gelernt und gearbeitet. Für neun von ihnen hat sich die Mühe bereits ausgezahlt: Sie haben eine Ausbildungsstelle gefunden.

Noch vor rund zehn Monaten war Areti Chatzigiannakous größter Wunsch — nach dem Abschluss auf der Hauptschule eine Ausbildungsstelle zu finden — nichts weiter als ein Wunsch. Wenn die 17-Jährige am 1. September ihre Ausbildungsstelle als Maschinenanlagenführerin bei der Firma CCL-Design antritt, geht dieser Wunsch in Erfüllung.

Dafür hat die junge Frau hart gearbeitet: Zehn Monate lang hat sie an dem freiwilligen Projekt "Die Chance" der IHK Lehrwerkstatt teilgenommen und in knapp 300 Unterrichtsstunden, die jeden Freitagnachmittag und Samstagvormittag stattgefunden haben, Grundlagen im Metallbereich, Mathematik und im praktischen Arbeiten erlernt sowie ein Verhaltenstraining absolviert.

"Natürlich ist es mir gerade samstags auch mal schwer gefallen", gesteht Areti Chatzigiannakou, "aber es hat mich immer motiviert mir zu sagen, dass diese Erfahrung mir in der Zukunft helfen wird."

Gemeinsam mit 17 weiteren Absolventen des Projektes hat sie an diesem Wochenende ihr IHK-Zertifikat entgegen nehmen können. Aretis Noten liegen zwischen Zwei und Drei. "Damit bin ich total zufrieden", freut sich die Schülerin der Hauptschule Krahenhöhe, die schon immer mit Maschinen arbeiten wollte. "Das hat mich schon als kleines Mädchen bei meinem Vater fasziniert, dass er so große Maschinen bedient", erzählt sie lachend.

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Auch Meikel Felke, ebenfalls Schüler der Hauptschule Krahenhöhe, hat das Projekt erfolgreich und mit fast nur Zweien in seiner Beurteilung erfolgreich absolviert. Doch noch viel wichtiger: Auch er hat, wie insgesamt neun der 18 Absolventen, einen Ausbildungsvertrag in der Tasche.

"Ich mache ab diesem Jahr eine Ausbildung als Teilezurichter bei Item", freut sich der junge Mann. "Die Arbeit mit Metall interessiert mich einfach", erzählt er, am meisten Spaß gemacht hätten ihm die praktischen Arbeiten an den Werkstücken.

So haben alle Teilnehmer eine Uhr gebaut, Kerzenständer oder einen Würfel. "Wir haben alles selbst gefeilt, gedreht und gefräst", so Felke. "Ich bin erstaunt, was die Schüler in den vergangenen Monaten geleistet haben", zeigt sich Andreas Braun, Leiter der Lehrwerkstatt, in seiner Ansprache bei der Vergabe der Zertifikate beeindruckt. "Durch diesen Einsatz zeigen die Jugendlichen, was sie wollen."

Oftmals, weiß er, würden insbesondere die Bewerbungen von Hauptschülern vorab aussortiert. "Weil es einfach eine Menge Bewerber gibt, die besser qualifiziert scheinen." Durch ihr Engagement bekämen die Jugendlichen überhaupt eine Chance, zu Vorstellungsgesprächen oder Einstellungstests eingeladen zu werden. Dass bereits die Hälfte der Jugendlichen eine Ausbildung gefunden hat, sieht Braun als tolle Quote. "Wir denken jedoch, dass wir noch mehr in Ausbildung bekommen", denn auch nach Abschluss des Projektes würden die Jugendlichen weiter bei ihren Bewerbungen unterstützt.

(RP)