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Solingen: Mit der Kettensäge im Horrorwald

Solingen : Mit der Kettensäge im Horrorwald

Der Märchenwald Ittertal verwandelt sich in der Woche um Halloween in einen Ort des Schreckens und Erschreckens.

Horror statt Märchen, ein gruseliger Clown mit einer Kettensäge statt Schneewittchen mit ihren Zwergen, düstere Orgelmusik statt fröhlichem Kinderlachen: Noch bis Sonntag, 2. November, sind im Familienparadies Ittertal jeden Abend von 19 bis 22 Uhr Untote, Gespenster, Hexen und allerlei andere unheimliche Zeitgenossen los - denn zum zweiten Mal heißt es dort Horrorwald statt Märchenwald.

Bereits kurz nach Einlass hallen die ersten schrillen Schreie aus dem kleinen Wald, in dem sonst Familien in die beschauliche Märchenwelt eintauchen. Dichter Nebel wabert über den See, ein schauriger Pirat beobachtet stumm die Besucher, ein großes Lagerfeuer und unzählige Grablichter tauchen die gesamte Anlage in ein unwirkliches Licht, in dem sich sogar Schatten zu bewegen scheinen. Dann wieder das schrille Kreischen aus dem Wald - und das leise Lachen von Konstanze Schmelter. "Die Schreie sind normal, hier wird immer geschrien", sagt sie. "Wir mussten meinen Vater im vergangenen Jahr von der Idee erst überzeugen, mal nicht etwas für Kinder, sondern speziell für Erwachsene zu machen", sagt die Tochter von Märchenwald-Betreiber Bruno Schmelter. Die Idee kam bei den Besuchern an - so gut, dass der Horrorwald in diesem Jahr in die zweite Auflage geht. Und auch Bruno Schmelter mittlerweile begeistert ist, wie seine Tochter verrät.

23 Helfer, davon 20 aus dem Familien- und Freundeskreis und drei Angestellte, sind jeden Abend im Einsatz, um die Besucher zu erschrecken. Bereits am Nachmittag beginnen Konstanze Schmelter und Tochter Madelaine damit, die Komparsen aufwendig zu schminken, den Horrorarzt mit eiternden Wunden zu versehen, der gruseligen Nonne blutige Verletzungen zu verschaffen, der Herz-Königin ihr unheimliches Gesicht zu geben und schließlich dem schlimmsten aller Erschrecker - dem Horror-Clown mit der Kettensäge - sein grausames Lachen aufzumalen. Unter der Verkleidung: Konstanze Schmelters Sohn Antonio. Er und all die anderen Gruselwesen lauern im aufwendig mit Spinnweben, Grabsteinen und düsteren Figuren dekorierten und speziell beleuchteten Märchenwald auf die Besucher und sind meistens da, wo man am wenigsten mit ihnen rechnet. Auch zwei der kleinen Märchenhäuser sind Teil der Horror-Show. Nur so viel sei verraten: Das eine ist ein Metzgerhaus, das andere ein Kinderzimmer.

Passend zum historischen Charakter des Parks hat Familie Schmelter Gruselfiguren aus einer uralten Geisterbahn geliehen. "Es ist uns wichtig, dass der Horrorwald zum Ambiente des Parks passt", sagt Konstanze Schmelter. Sie und ihre Familie sind auch auf besonders ängstliche Gäste eingestellt. "Sie können sich von der Nonne durch den Wald führen lassen. Sie ist eine neutrale Person, dann werden sie nicht erschreckt." Dennoch empfiehlt die Familie den Horrorwald erst für Kinder ab 14 Jahren.

(mxh)