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Solingen: Mit dem Rennwagen von 1931 in die Kohlfurth

Solingen : Mit dem Rennwagen von 1931 in die Kohlfurth

Als Angela und Andreas Groß mit ihrem Wagen die schmale Straße Kohlfurther Brücke entlang fahren, drehen sich etliche Passanten um, blicken dem eindrucksvollen Gefährt hinterher, Fotoapparate werden gezückt: Mit ihrem Ford Model A Speedster sind die Widderter am Sonntagmorgen auf dem Weg zum Oldtimer-Treffen der Bergischen Schützengilde in der Kohlfurth. Fast schon ein Pflichttermin für das Ehepaar: Schon bevor sie den Rennwagen von 1931 ihr Eigen nennen konnten, waren sie jedes Jahr dabei. Seit zwei Jahren knattern sie nun mit ihrem eigenen Oldtimer auf den Schotterplatz neben dem Schützenheim. 2014 haben sie dort sogar den Preis für den schönsten Wagen bekommen.

Es ist der Lohn für eine Menge Arbeit: Ein Jahr hat Andreas Groß den Zweisitzer aufgebaut, den aus Argentinien kommenden Karosserie-Bausatz mit originalem Chassis, Motor und Elektrik zusammengesetzt. "Man muss immer dran bleiben, kann immer was optimieren, aber den Wagen zu kaufen war genau das Richtige", sagt Groß - denn jede Ausfahrt mit dem alten Rennwagen mit seinem Dreigang-Getriebe und dem 3,3-Liter-Motor, mit der Leder-Sitzbank und der hölzernen Bodenplatte sei ein Erlebnis. 110 Stundenkilometer schafft der Wagen. Für den Sommer haben Groß und seine Frau besondere Pläne: Sie wollen mit ihrem Oldtimer über den Arlbergpass. "Damit zu fahren ist schon ein besonderes Lebensgefühl", sagt Groß.

Rund 130 Oldtimer, von Autos über Motorräder bis hin zu Treckern und Unimogs, nehmen am Oldtimer-Treffen am Schützeneim teil, erzählt Dieter Kastel von der Bergischen Schützengilde. Zwei Mal im Jahr, zu Pfingsten und noch einmal im Herbst, lädt der Verein dazu ein. Mit großer Resonanz: Unzählige Besucher schieben sich am Sonntagmittag vorbei an glänzendem Chrom und poliertem Lack der Zwei- und Vierräder. Immer wieder wird es laut, ist ein Knattern oder Tuckern zu hören, dann fahren neue Oldtimer-Besitzer mit ihren alten Schätzchen vor, drehen eine Runde, bis sie einen Parkplatz gefunden haben. "Wir haben hier das Glück, dass immer wieder Teilnehmer fahren und so Platz für Neue ist", sagt Kastel.

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Neben dem Vereinsheim sind in einer langen Reihe ganz besondere Oldtimer aufgestellt: Traktoren ganz verschiedener Fabrikate aus den unterschiedlichsten Jahrzehnten. Der Walder Dieter Kohl ist mit seinem Lanz Bulldog aus dem Jahr 1952 in die Kohlfurth gekommen, Sohn Christian mit seinem knallorangefarbenen, argentinischen I.A.M.E. Pampa von 1954. 2500 Arbeitsstunden stecken in dem Traktor aus Südamerika, erzählt Dieter Kohl. "Wir haben einfach Spaß daran, diese alte Technik zu restaurieren", beschreibt er den Reiz des Hobbies. Die Besucher begeistere indes besonders die Zündung der Zugmaschinen: "Denn der Glühkopf des Motors muss erst einmal mit einer Lampe angeheizt werden", erzählt Kohl.

(mxh)