Solingen: Mit 83 der älteste Alligators-Fan

Solingen: Mit 83 der älteste Alligators-Fan

Vor drei Jahren hat Aenne Franz ihre Leidenschaft für den Baseball entdeckt. Seitdem ist die Seniorin bei jedem Heimspiel der Solinger Mannschaft dabei und fiebert mit.

Wenn die Alligators am Weyersberg zum Heimspiel einladen, dann ist ein Fan immer auf der Tribüne zu sehen: Aenne Franz ist mit ihren 83 Jahren die wohl älteste Anhängerin der Solinger Baseballer. Nicht aber etwa ruhig und gelassen betrachtet sie die Feldduelle, sondern mit voller Begeisterung. „Ich fiebere mit und jubele den Jungs zu“, erzählt Aenne Franz, „manchmal schreie ich sogar so laut mit, dass ich danach einen Tag lang heiser bin“.

Seit drei Jahren ist die Solingerin dem amerikanischen Sport treu ergeben. Sie kam zu ihm über ihre zweite Leidenschaft, den Film. Rund 400 Videos und DVDs besitzt die 83-Jährige. „Mit der Technik komme ich gut zurecht.“ Schließlich habe sie auch einen Computer, schreibe E-Mails und surfe im Internet.

Einer ihrer Filme heißt „Der Unbeugsame“, ist mit ihrem Lieblinsdarsteller Robert Redford, und dreht sich um Baseball. „Am Schluss schlägt einer den Ball in die Flutlichtanlage und das Team gewinnt. Ich habe damals nicht verstehen können, wie das funktioniert: Etwas kaputt machen und trotzdem siegen“, amüsiert die gelernte Tierpflegerin dieses „Schlüsselerlebnis“ heute.

Als sie davon erfuhr, dass es auch in der Klingenstadt eine Mannschaft gibt, die dieser Sportart nachgeht, hat sie einen Besuch dorthin unternommen, um dem Rätsel auf die Spur zu kommen. „Ich fand das ganz toll. Die Leute waren nett zueinander, alle kannten sich, und für Verpflegung war auch gesorgt.“

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Am Weyersberg traf sie auch ihre Bekannte, Erika Rothstein, die sie in ein paar Geheimnisse des Spiels einwies. Seitdem fährt sie immer mit dem Taxi zum Weyersberg, wenn dort ein Alligators-Spiel stattfindet. „Mein Taxifahrer weiß schon genau, wann er mich abzuholen hat, und ich gebe ihm hinterher die Ergebnisse durch“, sagt die 83-Jährige aufgekratzt.

Sie ist kurze Zeit später in den Verein eingestiegen und hat deshalb auch freien Eintritt zu den Spielen. Die Regeln in das komplizierte Spiel hat sie sich angelesen und ist mittlerweile „mit allen Raffinessen vertraut“. Von den Spielern wird sie sehr gemocht und stets nett empfangen, wenn sie wieder einmal mit ihrem weißen Sonnenhütchen hinter dem Maschendraht Platz genommen hat.

Eine Kommode in ihrer Wohnung ist die Alligators-Fan-Ecke. Dort sind ein großes Mannschaftsbild mit allen Unterschriften, ein signierter Ball, Fotos, Eintrittskarten und ihre Alligatorskappe platziert. „Für mich ist das genau der richtige Sport. Man ist an der frischen Luft, hat etwas zu gucken, und es ist spannend, denn oft geht es nur um Sekunden.“

Sie selbst hätte sich auch vorstellen können, in einer Damenmannschaft zu spielen, wenn es das damals schon gegeben hätte. „Ich war eine exzellente Schwimmerin und habe in meiner Jugend Handball gespielt.“

(RP)
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