1. NRW
  2. Städte
  3. Solingen

Solingen: Mit 3,3 Promille am Steuer

Solingen : Mit 3,3 Promille am Steuer

Christi Himmelfahrt kontrollierte die Polizei Autofahrer intensiver. 37 Raser wurden erwischt. Trauriger Tiefpunkt war ein Wuppertaler, der volltrunken unterwegs war. Den Mann erwartet nun ein Strafverfahren.

An Christi Himmelfahrt, auch "Vatertag" genannt, sind traditionell viele Männer unterwegs. Manche von ihnen sind dabei so betrunken, dass sie sich nachher kaum noch an den Tag erinnern können. Doch einem 34-jährigen Wuppertaler wird der diesjährige Feiertag wohl lange im Gedächtnis bleiben. Der Mann wurde Donnerstag bei einer Polizeikontrolle auf der L 74 zwischen Kohlfurth und Müngsten mit einem Alkoholwert von 3,3 Promille aus dem Verkehr gezogen.

Der Wuppertaler, der mit einem Opel unterwegs war, gehörte zu insgesamt 37 Verkehrsteilnehmern, die an Christi Himmelfahrt von den Beamten des Verkehrskommissariats an zwei zusätzlich eingerichteten Kontrollpunkten gestoppt wurden – wobei der 34-Jährige für einen traurigen Rekord bei der Verkehrsüberwachung sorgte.

Der Mann war zunächst nur angehalten worden, weil er etwas zu schnell gefahren war. Doch als der Ertappte auf Aufforderung der Polizisten dann die Autotür öffnete, schlug den Beamten ein so starker Alkoholgeruch entgegen, so dass sie sogleich den Promillewert des Wuppertalers überprüften.

Der Führerschein wurde noch an Ort und Stelle eingezogen. Aber damit ist der Ärger nicht vorüber. "Sollten sich die im Schnelltest gemessenen 3,3 Promille bei der Blutprobe bestätigen, erwartet den Autofahrer ein Strafverfahren", sagte gestern eine Polizeisprecherin. Dabei hatte der Mann mit seiner Alkoholfahrt nicht nur andere Verkehrsteilnehmer in Gefahr gebracht. Mediziner gehen davon aus, dass bei einem solch hohen Promillewert akute Lebensgefahr besteht.

Insgesamt sieben Stunden lang kontrollierten die Polizeibeamten am Donnerstag an der L 74 und an der Remscheider Straße zwischen Krahenhöhe und Müngsten das Tempo von Autofahrern. Den "Geschwindigkeitsrekord" stellte in dieser Zeit ein BMW-Fahrer aus Solingen auf. Der Mann ging den Beamten an der L 74 mit 108 Stundenkilometern in die Radarfalle. Erlaubt sind auf dem zweispurigen Stück der Straße aber lediglich 50 km/h. Ein Wert, den auch eine 42-jährige Frau aus Wermelskirchen um mehr als 100 Prozent überstieg. Sie wurde in ihrem VW mit Tempo 103 erwischt.

"Ein Schwerpunkt der Aktion war die Kontrolle von Motorradfahrern", sagte die Polizeisprecherin gestern. Nachdem es in diesem Jahr bereits zu einigen Zweirad-Unfällen gekommen ist, will die Polizei verstärkt gegen Motorrad-Raser vorgehen. Am Donnerstag hatten die Beamten gleich mehrfach Erfolg. So wurde ein Leverkusener an der Remscheider Straße, wo ebenfalls 50 km/h gelten, mit 100 Stundenkilometern gemessen. Und ein Mann aus Halver war an gleicher Stelle mit Tempo 98 unterwegs.

Auf sieben Verkehrssünder kommen nach der Kontrollaktion vom Donnerstag nun Fahrverbote von einem Monat zu. Am schlimmsten dürfte es aber den Wuppertaler erwischen, der mit 3,3 Promille gestoppt wurde. Neben mehreren hundert Euro Strafe wird der Mann ein lange Zeit nur zu Fuß unterwegs sein.

"In einem solch gravierenden Fall ist mit Sicherheit eine medizinisch-psychologische Untersuchung fällig", hieß es bei der Polizei. Nur wer diese landläufig "Idiotentest" genannte Prüfung besteht, hat eine Chance, seinen Führerschein zurückzubekommen.

(RP)