1. NRW
  2. Städte
  3. Solingen

Missbrauchsvorwurf in Solingen: Polizei durchsucht Wohnung erneut

Nach Missbrauchsvorwurf : Polizei durchsucht Wohnung ein zweites Mal

Die Polizei findet weitere Daten, die den Missbrauchsvorwurf gegen einen 38-jährigen Solinger erhärten. Der Mann, der seine inzwischen zwölfjährige Tochter missbraucht haben soll befindet sich inzwischen in Untersuchungshaft.

Gleich mit zwei Suchhunden war die Kriminalpolizei am Freitag noch einmal an einem vermeintlichen Tatort in Höhscheid. Dort soll ein 38-Jähriger seine zwölfjährige Tochter sexuell missbraucht haben. „Wir wollen nochmals nachschauen, ob wir am Mittwoch nichts übersehen haben“, erklärte Polizeisprecher Stefan Weiand vor Ort. Dabei richtete sich der Blick auch auf einen bisher nicht durchsuchten, zugemüllten Raum. Weiteres Datenmaterial wurde gefunden.

Der Polizeisprecher bestätigte, dass gegen den beschuldigten Vater Haftbefehl erlassen worden sei und dieser sich in Untersuchungshaft befinde. Seine Frau ist nach einer ersten Vernehmung weiter auf freiem Fuß, aber nicht in der Wohnung, die die Polizei als Tatort behandelt. Die Zwölfjährige und ihr neunjähriger Bruder werden vom Jugendamt betreut. Nach der Verhaftung des Vaters und der Mutter auf einem FKK-Camping-Platz in Rösrath bei Köln wurde das Amt eingeschaltet.

Auf die Spur des 38-Jährigen waren die Ermittler gekommen, weil sie im Dezember zunächst wegen Verdachts des Besitzes und der Verbreitung von kinderpornografischem Material die Wohnung durchsuchten. Dabei seien elf Terabyte Material sichergestellt worden, aufgeteilt auf Festplatten, USB-Sticks, Rechner und Smartphones.

Ein Hinweis auf Kindesmissbrauch der Tochter habe sich damals nicht direkt ergeben. Dieser sei erst Anfang Juni entstanden. Da fanden die Kripobeamten auf den Datenträgern ein Foto, dass den Vater mit seiner Tochter in einer Situation zeigte, die zum Handeln gezwungen habe. Ob auch der Sohn missbraucht wurde, wird noch untersucht.

Am Mittwoch gab es den Doppeleinsatz nahe Köln und in Höhscheid. Dort haben die Beamten eine Wohnung vorgefunden, „in der man sich keine Kinder wünscht“, sagte Weiand. Aufgrund der großen Unordnung habe man sich deshalb zur zweiten Untersuchung entschlossen.

Zwei Spürhunde, die auf Datenträger spezialisiert sind, setzte die Polizei ein, weil es selbst für feine Hundenasen sehr kompliziert ist, solche Gegenstände aufzufinden. „Drogen hinterlassen eine viel bessere Duftspur als Festplatten“, erklärte der Pressesprecher. Er sagte auch, dass die Auswertung des Materials aus dem Dezember andauere und das in dieser Woche beschlagnahmte Datenmaterial wiederum zunächst aufbereitet werden müsse, um es anzuschauen.