Solingen: Mini-Kamera filmt durch den Nabel

Solingen : Mini-Kamera filmt durch den Nabel

Neue Technik bei der dreidimensionalen Chirurgie in der St. Lukas Klinik eingeführt. Arzt und Patient profitieren davon.

Keine großen Narben, deutlich verringertes Infektionsrisiko, kurze Regenerationszeiten - die Vorteile minimal-invasiver Eingriffe für Patienten sind deutlich. An der St. Lukas Klinik wurde mit der Einführung der 3D-Technik auch an die Position der Ärzte gedacht. Das Bild der Kamera wird dabei an einen 3D-fähigen Monitor gesendet, daher müssen sich die Operateure, dank der Sicht durch die passenden Brillen, die räumliche Tiefe nicht mehr vorstellen.

"Die Einführung war wichtig und hat sich gelohnt, denn damit haben wir eine der größten Schwierigkeiten ausgeschaltet", resümiert Dr. Markus Meibert, Chefarzt der Chirurgie. Bei allem Komfort für den Operateur, kommen die noch kürzeren OP-Zeiten und das geringe Komplikationsrisiko auch dem Patienten zugute.

Mittlerweile konnten mit der im Umkreis einzigartigen 3D-Technik über 750 Patienten operiert werden. Viele litten an einer ausgeprägten Refluxkrankheit (starkes Sodbrennen) oder wurden an Dick- und Mastdarm, wegen Entzündungen oder Krebs, sowie an der Galle operiert. Die Mehrzahl der Eingriffe konnte mit der Zweiport- oder Single-Port-Technik durchgeführt werden. Eine Methode, bei der die Kamera durch den Bauchnabel eingeführt wird, um so eine zusätzliche Narbe zu vermeiden. Nicht nur für Dr. Markus Meibert "ein Gewinn für beide Seiten." Seine Abteilung in der St. Lukas Klinik in Solingen ist eine von nur 55 Kliniken in Deutschland, die als Zentrum für minimal-invasive Chirurgie von der Deutschen Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie zertifiziert ist.

Nach fast zwei Jahren Operieren mit 3D, erhält nun die nächste Generation Einzug in die Chirurgie der St. Lukas Klinik. "Die bedeutet vor allem für den Assistenten eine Verbesserung", erklärt Dr. Markus Meibert.

Gemeint ist damit beispielsweise der neue Kamerakopf, dessen Gewicht von zuvor 1,5 Kilo auf gerade einmal 350 Gramm erleichtert wurde. Für den Chefarzt, der sich seit über 20 Jahren mit der laparoskopischen Chirurgie beschäftigt, ist dies jedoch mehr als nur ein neuer Vorteil im OP:"Es ist ein Zeichen der Klinik in die Zukunft zu investieren und den chirurgischen Standort Solingen weiter aufzuwerten."

Eine Kette, in deren Folge wieder der Patient profitiert. "Ärzte in der Ausbildung möchten mit der modernsten Technik lernen, wir können das bieten und so die Ärzte auch binden", erklärt Dr. Markus Meibert, so werde eine qualitativ hochwertige und wohnortnahe Versorgung für die Zukunft gesichert. Die 3D-Technologie ist zudem für das Behandlungsspektrum von Vorteil: "Durch das vereinfachte Arbeiten war es uns schneller möglich, komplexere Operationen, wie die Entfernung von Pankreas- oder Magenkarzinomen, sicher durchzuführen", sagt Markus Meibert.

Gerade für die Tumorchirurgie sei dies ein wichtiger Aspekt und mit ein Punkt, der ausschlaggebend dafür war, dass seine Abteilung erst kürzlich wieder die Rezertifizierung zum Kompetenzzentrum für minimalinvasive Chirurgie erlangen konnte, sagt Chefarzt Dr. Markus Meibert.

(red)
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