Solingen: Mieter sitzen seit einer Woche im Kalten

Solingen: Mieter sitzen seit einer Woche im Kalten

Weil die Heizung den Geist aufgegeben hat, müssen Bewohner eines Hauses an der Cheruskerstraße in Gräfrath seit Tagen frieren. Vermieter LEG kündigt eine rasche Reparatur an - und verteilte gestern Heizlüfter an die Mieter.

Die ersten Nachtfröste hat es diesen Herbst in Solingen zwar noch nicht gegeben. Doch in den zurückliegenden Tagen sind die Temperaturen bereits merklich in den Keller gegangen. Und zurzeit können die Meteorologen auch keine wirkliche Besserung versprechen. Denn für das kommende Wochenende ist weiter nasskaltes Wetter angekündigt - wobei das Thermometer in den Nachtstunden durchaus nahe 0 Grad sinkt.

Alles in allem ausgesprochen trostlose Aussichten, die den insgesamt rund 60 Bewohnern des Hauses Cheruskerstraße 30 in Gräfrath indes noch finsterer als ohnehin erscheinen dürften. Der Grund: Schon seit einer Woche sitzen die hauptsächlich älteren Mieter in den 36 Wohnungen des Gebäudes im Kalten, ohne das es der Vermieter, die Wohnungsgesellschaft LEG, bislang geschafft hätte, für Abhilfe zu sorgen.

Die Nerven der Bewohner jedenfalls liegen mittlerweile reichlich blank. "Die Heizung funktioniert nicht. Und auf warmes Wasser müssen wir ebenfalls verzichten", klagte am Dienstag beispielsweise eine Dame, die zusammen mit ihrem Mann in dem 1977 errichteten Häuserblock mit seiner schwarzen Eternit-Verkleidung und den markanten orangefarbenen Fenstersimsen lebt.

Wohl habe man sich bereits mehrfach beim LEG-Personal im Gebäude beschwert sowie die zuständige Hausmeisterin auf die unhaltbaren Zustände aufmerksam gemacht, schilderte die Mieterin. Und tatsächlich sei am Montag dieser Woche erstmals ein Techniker vor Ort gewesen. Allerdings habe sich auch danach weiter keine Besserung eingestellt.

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Die LEG selbst reagierte gestern mit einer Entschuldigung auf die "Unannehmlichkeiten", mit denen die Hausbewohner augenblicklich zu kämpfen haben. "Den Heizungsausfall bedauern wir sehr", sagte eine Unternehmens-Sprecherin, die die Mieter parallel um Verständnis und noch ein klein wenig Geduld bat.

So habe eine Verquickung unglücklicher Umstände zu der aktuell unerfreulichen Situation geführt, hieß es vonseiten der Wohnungsgesellschaft. Denn in dem besagten Haus Cheruskerstraße 30 habe es binnen weniger Tage gleich zwei Defekte an der Heizungsanlage gegeben. Zunächst sei eine Umwälzpumpe kaputt gegangen, die daraufhin ausgetauscht worden sei. Und kurze Zeit später habe auch noch der Brenner der Heizung seinen sprichwörtlichen Geist aufgegeben.

Momentan warte man auf die Lieferung eines zur Reparatur benötigten Ersatzteils, schilderte die LEG-Sprecherin, die sich optimistisch zeigte, dass der Schaden am heutigen Mittwoch behoben wird. Sobald das fehlende Ersatzteil eingetroffen sei, werde der Brenner der Heizungsanlage umgehend instandgesetzt.

Um die Mieter bis dahin nicht in ihren kalten Wohnungen allein zu lassen, begann die LEG am Dienstag, Heizlüfter an die Bewohner des Hauses zu verteilen. Den Weg zu der frierenden Dame und zu deren Mann konnten sich LEG-Mitarbeiter dabei jedoch sparen. Denn die Eheleute sind inzwischen ihrerseits aktiv geworden. "Nachdem wir fünf Tage mit der Kälte leben mussten, haben wir uns am Montag selbst einen Heizlüfter gekauft", sagte die Frau.

(RP)