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Meyer verzichtet auf erneute Kandidatur der Bergischen IHK

Bergische Industrie- und Handelskammer : Präsident Thomas Meyer tritt nicht mehr an

Der Präsident der Bergischen Industrie- und Handelskammer (IHK), Thomas Meyer, wird nicht noch einmal für das höchste Ehrenamt der Kammer kandidieren.

Dies erklärte der Remscheider Unternehmer mit Wohnsitz in Solingen am Dienstag vor Journalisten, nachdem der 64-Jährige bereits in der vergangenen Woche das IHK-Präsidium über seinen Entschluss informierte. Meyer steht damit ab Mai des nächsten Jahres auch nicht mehr als Präsident der 16 Industrie- und Handelskammern in Nordrhein-Westfalen zur Verfügung, sein Amt als Vizepräsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) gibt er ebenfalls auf.

Der Unternehmer und Geschäftsführende Gesellschafter der weltweit tätigen TKM Gruppe (The Knife Manufactures) begründet seinen überraschenden Schritt mit Nachfolge-Problemen in seinem Unternehmen. Das fertigt und vertreibt qualitativ hochwertige Maschinenmesser, Sägen, Rakel und Präzisionsverbrauchteile für technische Anwendungen. Neben drei deutschen Standorten gibt es Tochterunternehmen unter anderem in den Niederlanden, in Finnland und Österreich, aber auch in Asien, in den USA und Kanada. „Wir sind international aufgestellt und Marktführer in Europa und Teilen von Nordamerkia“, sagte Thomas Meyer.

Eine zunächst geplante und von Meyer auch gewünschte familiäre Nachfolgeregelung ließ sich letztlich aber nicht umsetzen. „Das war Plan A, einen Plan B gab es nicht“, sagte Meyer, der im Oktober 65 Jahre alt wird und sich grundsätzlich vorgenommen hat, bis zum 70. Lebensjahr zu arbeiten.

Von daher will er künftig den Nachfogeprozess im Unternehmen persönlich begleiten. „Ich sehe mich gegenüber der Geschäftsführung und meinen 850 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in der Verpflichtung, mich hier in den nächsten Jahren mit ganzer Kraft um eine stimmige Lösung zu kümmern“, sagte Thomas Meyer. Das viel Zeit in Anspruch nehmende Ehrenamt des IHK-Präsidenten und die verschiedenen Funktionen bei der IHK NRW und dem DIHK müsse er von daher „deutlich zurückfahren“.

Bis zur Wahl der nächsten Vollversammlung beziehungsweise der konstituierenden Sitzung des höchsten Gremiums der IHK wird Thomas Meyer aber seine bisherigen ehrenamtlichen Funktionen weiter ausüben. Sorgen, dass sich für die IHK keine geeignete Nachfolgerin beziehungsweise Nachfolger findet, hat der Ingenieur nicht: „Wir haben im Bergischen ganz tolle Unternehmerinnen und Unternehmer, die das Amt übernehmen können“, betonte Meyer.

Obwohl er nicht mehr für das IHK-Spitzenamt kandidieren will, kann sich Meyer „aber gut vorstellen“, für einen der 80 Plätze in der Vollversammlung im nächsten Jahr anzutreten. Aus der Mitte der hier Gewählten wird dann das neue Präsidium zusammengestellt. „Ich bin von der IHK-Organisation überzeugt, ich habe mir von daher meine Entscheidung nicht leicht gemacht“, erklärte der IHK-Präsident.

Die Wahlen zur Vollversammlung werden voraussichtlich vom 18. Januar bis 19. Februar stattfinden. „Unser Ziel ist es, für die 80 Plätze 160 Kandidaten zu finden“, erklärte IHK-Hauptgeschäftsführer Michael Wenge, der den Rückzug von Thomas Meyer bedauert, aber nachvollziehen kann. Die Wahlperiode dauert vier Jahre, Wahlvorschläge können bis 6. Oktober dieses Jahres eingereicht werden.