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Messerstecherei in Solingen: Zwei Eheleute verletzt

Familienstreit in Solingen : Ehemann sticht in Ohligs auf Frau ein

Ein Streit zwischen Eheleuten im Solinger Stadtteil Ohligs führte in der Nacht zu Freitag zu einem blutigen Ende. Die Mordkommission ermittelt.

Der Bus der Nacht Express-Linie NE25 fuhr ganz normal los in der Nacht von Donnerstag auf Freitag. Um Mitternacht startete er vom Hauptbahnhof aus. Fahrtziel – wie immer – der Graf-Wilhelm-Platz in der Innenstadt. Normalerweise dauert die Fahrt 21 Minuten. In dieser Nacht aber kam er nicht an. Nach nur einer Haltestelle und zwei Minuten Fahrtzeit war Schluss.

An der Haltestelle Virchowstraße kam der Bus zum Stehen und fuhr nicht mehr weiter. Der Grund dafür war das, was ein Fahrgast gesehen hatte, als er aus dem Fenster schaute: eine blutende Frau, die auf der Mühlenstraße lag.

Vorausgegangen war ein Streit eines Ehepaares aus Ohligs. Laut Polizei und Staatsanwaltschaft Wuppertal attackierte der 53-jährige Ehemann in der gemeinsamen Wohnung seine Frau mit einem Messer. Die Frau konnte blutüberströmt aus der Wohnung flüchten und blieb mit Stichverletzungen auf der Straße liegen. Ihr Mann folgte ihr. Aus bisher ungeklärten Umständen verletzte sich der Tatverdächtige ebenfalls leicht.

Ein Fahrgast des Busses alarmierte um 0.03 Uhr die Polizei, wie diese auf Anfrage erklärte. Nur vier Minuten später waren die Einsatzkräfte vor Ort.

Die fünf Kinder des Ehepaars befanden sich während der Tat in der Wohnung. Sie wurden vom Jugendamt betreut und in Obhut genommen.

Laut Silke Rampe, Pressesprecherin der Verkehrsbetriebe der Stadtwerke Solingen, wurde der Busfahrer bis tief in die Nacht vernommen. Um 6.30 Uhr konnte er laut Rampe das Polizeirevier verlassen. Auch die Aussagen von weiteren Fahrgästen wurden aufgenommen. Dem Fahrer des Busses gehe es gut, sagt Rampe: „Er hat nicht geschockt gewirkt“. Sie geht davon aus, dass er seinen nächsten Dienst wieder regulär antreten wird, nachdem er sich ausgeschlafen hat.

Die antreffenden Rettungskräfte versorgten die verletzte Frau noch am Tatort, daraufhin wurde sie in ein Krankenhaus gebracht. Auch ihr Ehemann wurde versorgt und in ein Krankenhaus eingeliefert. Dieses konnte dieser aber schon nach kurzer Zeit verlassen, sagt die Polizei. Die Nacht verbrachte der 53-Jährige allerdings im Polizeigewahrsam.

Die Polizei Wuppertal hat eine Mordkommission eingerichtet, da von einem versuchten Tötungsdelikt ausgegangen wird. Zum konkreten Motiv des 53-Jährigen machten die Ermittler noch keine Angaben. Der Tatverdächtige wurde noch am Freitag einem Haftrichter vorgeführt. Er soll in Untersuchungshaft kommen.