Solingen: Mensch und Geometrie

Solingen: Mensch und Geometrie

Mit einer Ausstellung in der SK Galerie ehrt der Verein der Solinger Künstler in Zusammenarbeit mit dem Unternehmer, Kunstsammler und Autor Ernst Seilheimer die heute 80-jährige Künstlerin Olga Blumenberg.

Vor einigen Jahren entdeckte der Unternehmer, Kunstsammler und Autor Ralf Seilheimer auf einer Kölner Kunstmesse eine kleine, unsignierte Grafik einer ihm unbekannten Künstlerin. Seilheimer erwarb das Blatt und nahm anschließend Recherechen zur Malerin auf. „Ich habe dann die Telefonnummer der Künstlerin herausbekommen, sie angerufen und nachgefragt, ob sie mir die Grafik nachträglich signieren könnte.“ Olga Blumenberg stimmte zu, Seilheimer fuhr nach Köln und seitdem ist der Kontakt nicht mehr abgebrochen.

„Als dann ihr 80. Geburtstag anstand, habe ich Ulle Huth vorgeschlagen, Bilder für eine Ausstellung in der Galerie SK zusammenzutragen“, erzählt Seilheimer. Die Vorsitzende des Vereins der Solinger Künstler stimmte zu, doch dann kam der Umzug der Galerie aus dem Museum Baden in die sanierten Güterhallen dazwischen. Nun aber ist es soweit, am Sonntag um 15 Uhr wird die von Seilheimer zusammengestellte Ausstellung mit Bildern von Olga Blumenberg unter dem Titel „Mensch und Geometrie“ in der neuen Galerie SK in der Südstadt eröffnet.

Fachschule in Solingen besucht

Auch die 80-jährige Kölnerin wird morgen anwesend sein, in deren Biografie sich viele Anknüpfpunkte nach Solingen finden. So hat Blumenberg nach einer Lehre als Fotografin von 1946 bis 1949 die Fachschule für die Stahlwaren-Industrie in der Klingenstadt besucht. Hier war sie in der Klasse für Formgestaltung bei Professor Paul Woenne. Mitte der 50er Jahre hat Blumenberg zudem für kurze Zeit als Illustratorin in Solingen gearbeitet, bevor sie dann als Layouterin in einer Werbeagentur zurück nach Köln wechselte. Auch in der künstlerischen Vita Olga Blumenbergs finden sich einige Solinger Einträge. So waren Arbeiten von ihr dreimal in der Bergischen Kunstausstellung zu sehen – 1952 (damals noch im Rathaus), 1957 und 1966 (Klingenmuseum).

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Zwei Themen sind es, die sich durch fast alle jetzt in der SK Galerie gezeigten, überwiegend kleinformatigen Bilder der Kölnerin ziehen: die Auseinandersetzung mit dem Thema Fenster, und die Einbeziehung der Kopfform in die Bildgestaltung. Hinzu kommt eine serieelle Arbeitsweise.

Sinn für das Konstruierte

So bildet die Umrisszeichnung der menschlichen Kopfform für die meisten gezeigten Bilder den Rahmen für die eingezeichneten geometrischen Formen, in denen Blumenbergs „ausgeprägter Sinn für das Konstruierte, für technisch anmutende Formationen“ (Dr. Wolfgang Vomm) deutlich wird.

Ab 1966 verbindet die Künstlerin in ihrer Version deutscher Popart den Profilkopf mit ihrem zweiten großen Thema, dem Fensterkreuz. Wobei es ihr gelingt, die Konfrontation von den geometrischen und den organischen Formen in bildnerische Harmonie aufzulösen.

(RP)
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