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Solingen: Mehrarbeit belastet Stadtmitarbeiter

Solingen : Mehrarbeit belastet Stadtmitarbeiter

Anonymes Krisentelefon soll bei psychischen Problemen helfen. Krankenstand auf hohem Niveau.

Oberbürgermeister Norbert Feith (CDU) schlägt Alarm. "Der Druck auf einzelne wächst", sagte das Stadtoberhaupt jetzt. Immer mehr Beamte und Angestellte im Solinger Rathaus leiden nach den Stellenstreichungen der zurückliegenden Jahre unter Arbeitsüberlastung. Deshalb steuert die Verwaltung nun gegen. Im Rahmen des betrieblichen Gesundheitsmanagements soll in den kommenden Monaten ein Krisentelefon eingerichtet werden, an dem Mitarbeiter mit psychischen Problemen sowie deren Angehörige schnelle und vor allem unbürokratische Hilfe erhalten werden.

An der neuen Hotline, die laut Plan an 365 Tagen im Jahr erreichbar ist, werden eigens geschulte Psychologen einer externen Firma sitzen, die immer dann eingreifen, wenn ein Stadtmitarbeiter nicht mehr weiter weiß.

Sucht, Schulden, Scheidung und Stress mit den Kollegen — die Gründe, die dazu führen, dass Menschen ihr seelisches Gleichgewicht verlieren, sind vielfältig. Und unübersichtlich sind auch die Hilfsangebote, die in solchen Fällen zur Verfügung stehen. Die Psychologen der Hotline sollen den Betroffenen dementsprechend weiterhelfen.

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Da niemand am Krisentelefon seinen Namen nennen muss, gehen die Verantwortlichen im Rathaus davon aus, dass die Hotline auch präventiv in Anspruch genommen wird, also in Fällen, in denen psychische Probleme noch nicht voll zum Ausbruch gekommen sind.

Die Stadt will für diesen Service, der Teil eines ganzen Maßnahmenbündels ist, jährlich einen "höheren fünfstelligen Betrag" ausgeben, hieß es aus dem Rathaus. Die Stadtspitze sieht darin eine gute Investition. Schon seit etlichen Jahren ist der Krankenstand in der Verwaltung mit knapp sechs Prozent relativ hoch. Auch seelische Probleme sind Ursache. "Wer Fürsorge für Mitarbeiter ernst nimmt, muss für Hilfe sorgen. Das darf dann auch Geld kosten", so Oberbürgermeister Feith.

(RP)