Solingen: Mehr Service für Ausländer

Solingen : Mehr Service für Ausländer

Seit gestern liegt die englische Übersetzung für einen Führer durch das Deutsche Klingenmuseum vor.Bislang gab es keine Übersetzungen der Wandtexte an den Exponaten der Dauerausstellung.

Das sei einem wichtigen Imageträger der Stadt nicht würdig, wetterte Jürgen Nieswand in seiner Korrespondenz mit Museumsdirektorin Dr. Barbara Grotkamp-Schepers, und der pensionierte Haaner Kämmerer meinte in erster Linie die Tatsache, dass englischsprachige Hinweise an den Vitrinen fehlen und auch die Homepage des Museums ausschließlich in deutscher Sprache abgefasst ist. Bei der Museumschefin rannte Nieswand offene Türen ein, doch wie bei so vielen Dingen scheiterte das bislang an den Finanzmitteln. Gestern nun ist die englische Übersetzung für einen neuen Museumsführer mit Grundrissplan im Gräfrather Klosterhof eingetroffen, mit dessen Hilfe auch ein einzelner Besucher – englischsprachige Gruppenführungen gibt es bereits – der der deutschen Sprache nicht mächtig ist, sich zurechtfinden kann in der Dauerausstellung. Jetzt muss der Führer nur noch gedruckt werden, denn wie für die Übersetzung werden die Freunde des Deutschen Klingenmuseums auch hierfür die Kosten übernehmen. Einen mehrsprachigen Museumsflyer gibt es inzwischen auch. „Auch er konnte nur durch ehrenamtliches Engagement realisiert werden“, stellt Barbara Grotkamp-Schepers klar.

Keine Kreditkartenzahlung

Einen weiterer Kritikpunkt bei Jürgen Nieswand bezieht sich auf die fehlende Möglichkeit, im Klingenmuseum bargeldlos zu bezahlen. Weder EC-Karten noch Kreditkarten werden im Shop und an der Kasse akzeptiert. Das führte unter anderem dazu, dass bei der Messer Macher Messe der Geldautomat der gegenüberliegenden Sparkassefiliale immer extra gut gefüllt wird. Auch dieses Problem würde die Museumsdirektorin gerne lösen, doch hier steht ihr die Stadt im Weg. „Gerade für die ausländischen Gäste wäre es wichtig, dass sie mit Kreditkarte zahlen können, doch das städtische Rechnungswesen erlaubt keine Rabatte und damit auch nicht die Zahlung über Kreditkartensysteme“, sagt Barbara Grotkamp-Schepers. Anders sieht es bei Zahlung mit EC-Karte aus. Hier sei das Aufkommen so gering, dass es sich nicht lohne, ein Gerät anzuschaffen, für das die Banken Gebühren verlangen.

Jürgen Nieswand ist mit diesen Antworten indes nicht zufrieden. Was die Kredit- und EC-Kartenzahlung angeht, verweist er auf einen Erlass des Landesinnenministers aus dem Jahr 1998. „Wenn es ernsthaft gewollt wäre, hätten Besucher seit sieben Jahren mit Kreditkarten bezahlen können“, meine Nieswand.

(RP)
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