Solingen: Mehr Geld für die Pflege von Angehörigen

Solingen : Mehr Geld für die Pflege von Angehörigen

Die Paritätische Sozialstation hat gestern zum ersten Mal zu einem „Angehörigen-Café“ nach Wald eingeladen. Thema waren die Änderungen beim Pflegegesetz, über die Pflegedienstleiterin Ursula Ern informierte.

Was ändert sich dieses Jahr im Pflegegesetz?

Ern Vorgesehen ist, dass die Leistungen der Pflegeversicherung für die häusliche Pflege zum 1. Juli erhöht werden. Dann werden sowohl die Beträge der Pflegesachleistung – wenn Pflegedienste in Anspruch genommen werden – und das Pflegegeld – wenn Angehörige selbst pflegen – steigen.

Was heißt das konkret?

Ern Wenn das Gesetz durchkommt, werden für Pflegedienste demnächst 420 Euro pro Monat statt bislang 384 Euro in der Pflegestufe I bezahlt. In der Pflegestufe II erhöht sich der Betrag von 921 auf 980 Euro, in der Stufe III von 1432 auf 1470 Euro. Wer Verwandte selbst zu Hause pflegt, bekommt künftig 215 Euro statt 205 in der Stufe I, in Stufe II 420 statt 410 Euro und in Stufe III 675 statt 665 Euro.

Müssen die Angehörigen nun einen Antrag stellen, um die höheren Beträge zu erhalten?

Ern Nein, das erfolgt automatisch.

Was bedeuten die Änderungen?

Ern Sie sind gut, schließlich sind die Beträge seit 1995 nicht erhöht worden, obwohl die Pflegedienste während dieser Zeit durchaus teurer geworden sind. Wir selbst vom Paritätischen haben unsere Preise jetzt auch zum 1. Mai erhöhen müssen, allerdings ist dies das erste Mal seit 1995.

Wie häufig soll es nun das „Angehörigen-Café“ geben?

Ern Angedacht ist es vier Mal im Jahr, gegebenenfalls aber auch öfter. Es soll eine Möglichkeit für pflegende Angehörige sein, sich auszutauschen und gegenseitig unterstützen zu können. Ferner stehen unsere Pflegefachkräfte zur Verfügung, um Fragen zu beantworten und praktische Tipps zu geben.

Susanne Genath führte das Gespräch.

(RP)