Solingen: Maskottchen zum Knuddeln und mit Ehrenkodex

Solingen : Maskottchen zum Knuddeln und mit Ehrenkodex

Bergi heißt der Glücksbringer des Bergischen HC. Ob der Handball-Zweitligist mit seiner Hilfe in die Königsklasse zurückkehren wird ?

Ein Maskottchen ist der Glücksbringer einer Mannschaft. "Wirklich ?" Bergi, beziehungsweise die Person, die sich in dem Löwenkostüm verbirgt, sieht es ein wenig anders. "Ich sehe mich mehr als Bindeglied zwischen Mannschaft und Fans." Beim Bergischen HC wirbelt das Maskottchen bei jedem Heimspiel durch die Halle, feuert den Handball-Zweitligisten an und sieht zu, dass die Stimmung positiv bleibt.

"Ich bin sozusagen ein Rahmenprogramm. Ich versuche, die Kinder mitzunehmen und etwas unromantisch gesprochen, die Erwachsenen über die Kinder mitzuziehen und zu den Spielen zu locken." Egal also, wie es auf dem Feld gerade sportlich läuft, das Maskottchen funktioniert immer. "Ich verbreite weiterhin gute Laune."

Wer sich unter der Löwenmaske verbirgt, darf nicht verraten werden. "Es ist wichtig, dass die Figur ganzheitlich ist. Für die Kids bin ich Bergi, ein Symbol — fast wie Batman", erklärt der professionelle Kinderanimateur. "Würde ich mich demaskieren, wäre die ganze Faszination dahin." Deshalb nimmt Bergi weder seinen Kopf bei Spielen herunter, noch verrät er seine Identität. "Ich weiß nicht, ob es einen Maskottchen-Ehrenkodex gibt. Für mich sähe er aber genauso aus." Genauso professionell hält es der Maskottchenvater auch bei seinen anderen Auftritten. "Wenn ich ein Weihnachtsmann bin, nehme ich auch niemals den Bart ab."

In der Halle kann es dabei natürlich sehr heiß unter dem Kostüm werden. "Es ist wirklich ein Fitnessprogramm. Während einer Begegnung schwitze ich genauso viel wie die Spieler." Ohne eigene Kabine wäre der Job kaum zu bewältigen. "In der Halbzeitpause ziehe ich mich immer ein Mal komplett um. Aber bis jetzt halte ich es ganz gut durch." Und es lohnt sich. Seitdem der BHC die Rolle Anfang der vergangenen Saison mit frischem Kostüm und Darsteller neu besetzt hat, gewinnt die Kunstfigur mächtig an Popularität.

Auf Facebook betreibt Bergi seine eigene Seite mit mehr als 300 Abonnenten. Dabei ist die Kerngruppe seiner Fans gar nicht in dem Online-Netzwerk aktiv. "Wie sehr Bergi angekommen ist, habe ich beim Besuch von Chrischa Hannawalds Handballschule bemerkt", sagt der Mann unter der Maske. "Als ich beim ersten Mal da war, haben die Kinder sich noch gefragt, was das für ein Typ sei. Inzwischen stürmen sie auf mich zu. Das macht schon Spaß."

Welchen Einfluss Bergi auf die Mannschaft hat, ist kaum zu bemessen. "Ich bin derjenige, der zum Anfassen und Knuddeln da ist und immer für Stimmung sorgt, die sich bestenfalls auf das Feld überträgt", sagt er. "Damit unterstütze ich indirekt die Mannschaft. Und ich weiß, dass das Maskottchen bei den Spielern sehr gut ankommt."

Auf keinen Fall möchte er die Handballer während der Spiele mit seiner Präsenz belästigen. Damit dies oder andere inakzeptable Aktionen niemals passieren, hat er sich abgesichert: "Es ist mir vertraglich zugesichert, dass nur ich Bergi darstelle. Sollte ich krank sein, fehlt das Maskottchen".

(trd)
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