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Maskenpflicht in Solinger Fußgängerzonen

Corona-Pandemie in Solingen : Maskenpflicht in Fußgängerzonen

Eine Sperrstunde in Gaststätten, Veranstaltungen nur mit 100 Leuten, strenge Grenzen bei Feiern und die Pflicht zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes an vielen öffentlichen Orten: Ab Samstag gelten in Solingen wieder sehr scharfe Corona-Regeln.

Die Klingenstadt bleibt ein sogenannter Hotspot in der aktuellen Corona-Krise. So ist die momentan maßgebliche Inzidenzzahl am Donnerstag weiter auf einen neuen Höchststand gestiegen und liegt mit einem Wert von inzwischen 88.3 neuen Fällen auf 100.000 Einwohner innerhalb der vergangenen Woche nun schon den siebten Tag in Folge über der Grenze von 50 Neuinfektionen.

Aus diesem Grund hat die Stadt die ohnehin für das Wochenende geplante Änderung der Corona-Regeln jetzt noch einmal deutlich verschärft. Wie das Rathaus am Donnerstagabend mitteilte, dürfen Veranstaltungen aller Art ab Samstag nur noch mit maximal 100 Teilnehmern oder Besuchern über die Bühne gehen. Ferner wird eine Maskenpflicht auf allen öffentlichen Plätzen, an Haltestellen sowie in Fußgängerzonen eingeführt. Und von 23 bis 6 Uhr gilt fortan eine Sperrstunde für Gaststätten sowie ein generelles Außen-Abgabeverbot von Alkohol.

Darüber hinaus werden auch wieder strengere Restriktionen im Umgang untereinander in Kraft gesetzt. So sind öffentliche Kontakte auf fünf Personen begrenzt, wenn diese nicht verwandt sind oder zu mehr als zwei Haushalten gehören. Parallel sind bei Feiern im öffentlichen Raum ab Samstag höchstens zehn Personen zugelassen Die gleiche Obergrenze gilt überdies für Feiern in Privatwohnungen – wobei Gäste dort aus maximal zwei Hausständen kommen dürfen.

Damit übernimmt Solingen jene Regelungen, auf die sich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sowie die Ministerpräsidenten der Bundesländer bereits am Mittwoch bei einem Krisentreffen in Berlin verständigt hatten. „Wir werden nicht hinter diesen Vorgaben zurückbleiben“, sagte Oberbürgermeister Tim Kurzbach (SPD), der das mit der Entwicklung der vergangenen Tage in Solingen begründete.

„Angesichts der steigenden Infektionszahlen vor Ort sind wir gezwungen zu handeln. Also setzen wir mindestens das um, was auf dem Gipfel am Mittwoch beschlossen worden ist“, betonte der OB, der gleichzeitig versicherte, es bestehe kein Grund zur Panik. Kurzbach: „Auch wenn die Gefahr steigt – wir haben die Lage in Solingen nach wie vor im Griff und sind auf diese Entwicklung vorbereitet“.

Um den neuen Herausforderungen, die mit der Verschärfung einhergehen, gewachsen zu sein, soll der kommunale Ordnungsdienst in den nächsten Tagen wieder aufgestockt werden. So werden Mitarbeiter aus anderen Bereichen der Verwaltung abgezogen, damit diese ihre Kollegen beim Ordnungsamt unterstützen können. Desweiteren ist aber auch vorgesehen, das Gesundheitsamt mit Personal zu verstärken. Und die Testkapazitäten werden erhöht, wenn der Bedarf so bleibt wie im Moment. Die Pläne für ein zweites Testzentrum werden ab sofort forciert. Zuletzt waren in Bethanien an einem Tag 450 Tests durchgeführt worden.

In Kraft treten werden die neuen Regelungen am Samstag, 0 Uhr – unter der Bedingung, dass das Land am heutigen Freitag die in Berlin getroffenen Verabredungen umsetzt. Dies war – sehr zum Unwillen der Stadt – zunächst noch unterblieben. „Aber uns war wichtig, jetzt schon den Rahmen des Regelpakets abzustecken, auf das sich die Solinger leider einstellen müssen“, unterstrich Ordnungsdezernent Jan Welzel (CDU) vor dem Hintergrund der jüngsten Zahlen.

Am Donnerstag hatte die Stadt 166 aktuell positiv Getestete gemeldet. Während dieser Wert um zwei sank, war bei der Zahl der stationär Behandelten ein Anstieg von elf auf 13 zu registrieren. Die Zahl der an oder mit Corona Verstorbenen blieb mit 13 Personen hingegen weiter unverändert.