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Solingen: Marode Brücke Strohn wird abgerissen

Solingen : Marode Brücke Strohn wird abgerissen

Mit dem Neubau der Brücke über die Wupper nahe dem Tierheim Glüder soll im Frühling 2019 begonnen werden. Acht Monate Bauzeit sind vorgesehen. Stadt muss Eigenanteil erhöhen, da nicht so viele Spenden fließen wie vorgesehen.

Wanderer, Radfahrer und Reiter müssen schon seit Anfang Juli 2016 einen Umweg in Kauf nehmen. Denn die baufällige Strohner Brücke über die Wupper nahe des Tierheims Glüder ist seitdem gesperrt. Aufgrund ihres maroden Zustandes muss sie abgerissen werden. Gewissheit darüber herrscht seit Sommer 2016, jetzt reifen Pläne für einen Neubau an gleicher Stelle. Denn alle sind sich offenbar einig, dass eine Querung des Flusses an dieser Stelle auf Dauer unverzichtbar ist - zumal über die Strohner Brücke auch zahlreiche überregionale Wander- und Radwege verlaufen - unter anderem der Bergische Weg.

Im Finanzausschuss wurde nun mit großer Mehrheit (zwei Enthaltungen) ziemlich geräuschlos einem Ersatzneubau zugestimmt. Die Bezirksvertretung Burg/Höhscheid und der Planungsausschuss beschäftigen sich am kommenden Montag in öffentlichen Sitzungen damit, der Stadtrat nächste Woche Donnerstag, 15. März, 17 Uhr, Konzertsaal, dann abschließend.

Die Kosten für den Neubau sind nicht gerade gering: 870.000 Euro stehen momentan im Raum. Bei dieser Summe wird aber davon ausgegangen, dass die alten Brückenpfeiler weiter genutzt werden können. Die wurden in den vergangenen Tagen untersucht und mehrere Kernbohrungen gemacht, um sich ein Bild von der Betonqualität zu verschaffen. Die visuelle Betrachtung sei in Ordnung gewesen, heißt es, es stehen aber noch die Laborergebnisse aus. Das dauert etwa zwei Wochen.

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Im positiven Fall bleibt es bei den 870.000 Euro. Sollten die alten Pfeiler allerdings nicht mehr verwendet werden können, muss weiteres Geld oben drauf gelegt werden. Das musste die Stadt Solingen ohnehin schon. Sie war, so ist es in der Vorlage für die politischen Gremien zu lesen, zunächst von einem Eigenanteil von lediglich 74.640 Euro ausgegangen. Nun sind es satte 257.800 Euro.

Um diese Summe zu stemmen, setzt die Stadt einige Haushaltsreste aus 2017 ein. So fließen unter anderem 150.000 Euro nicht verausgabter Mittel des Stadtdienstes Planung, Mobilität und Denkmalpflege mit in den Brückenneubau ein. Ein günstiges Ausschreibungsergebnis bei der Fahrbahnerneuerung Leichlinger Straße versetzt den Kämmerer dazu in die Lage.

Dass die Stadt tiefer in die ohnehin nicht gut gefüllte Tasche greifen muss, liegt insbesondere daran, dass der zunächst vorgesehene Spendenanteil offenbar nicht so üppig ausfällt. Statt 266.360 Euro an Spenden wird nun mit lediglich 70.000 Euro gerechnet. Immerhin: Fördergelder in Höhe von 377.200 Euro fließen, die Stadtwerke als Alteigentümer der Brücke übernehmen den Abriss (165.000 Euro).

Der Abriss soll noch in diesem Jahr über die Bühne gehen. Läuft alles weiter nach Plan, könnte im Frühjahr 2019 der Neubau der Brücke beginnen - sofern bis dahin alle Voraussetzungen erfüllt sind. Dazu gehört auch das Spendenaufkommen. Acht bis neun Monate Bauzeit sind vorgesehen - im Herbst 2019 könnten dann Wanderer, Fußgänger und Reiter die Strohner Brücke wieder benutzen.

(uwv)