Solingen Markus Preuß sympathisiert mit der SPD

Solingen · Angesichts des glänzenden Ergebnisses, das er bei der Oberbürgermeister-Wahl für die Bürgergemeinschaft für Solingen (BfS) vor drei Jahren eingefahren hatte, wurde ihm von seinen politischen Vereinsfreunden am Wahlabend 2009 sogar die Krone aufgesetzt: Markus Preuß, Vorsitzender des Schulausschusses, verlässt jetzt "auf eigenen Wunsch" samt Familie die BfS, dessen stellvertretender Vorsitzender er bis vor kurzen noch gewesen ist. Der Verein ist mit acht Sitzen im Stadtrat vertreten.

 Abgedankt: Nach der OB-Wahl 2009 war Markus Preuß von seinen BfS-Freunden noch gefeiert worden.

Abgedankt: Nach der OB-Wahl 2009 war Markus Preuß von seinen BfS-Freunden noch gefeiert worden.

Foto: mak (Archiv)

In der Vergangenheit hatten unter anderem bereits Gudrun Wüsthof, Dr. Helmut Teschner und Bernd Rosenthal die BfS wegen Unstimmigkeiten verlassen.

Pikant: Bereits gestern Morgen wurde Preuß von der CDU die Mitgliedschaft angeboten. Er wollte dazu auf Anfrage unserer Zeitung allerdings keine Stellung nehmen, das Ratsmitglied betonte aber selbstbewusst: "Ich werde alle politischen Mandate behalten." Als parteiloser Einzelkämpfer will der 48-Jährige demnächst jedenfalls keine Politik machen. Über seine politische Zukunft will er sich in der nächsten Woche während seines Rügen-Urlaubs Gedanken machen.

Preuß betonte auf Anfrage, dass er der BfS nicht im Groll den Rücken gekehrt habe. Beobachter werten dies allerdings ganz anders. Schon seit langem herrschte eine Eiseskälte mit Heinz und Martin Bender, die als Vater und Sohn an der Spitze der Fraktion- beziehungsweise des Vereins der BfS stehen. Hinter den Kulissen wird sogar von Vetternwirtschaft bei der BfS gesprochen.

Gespräche mit Ernst Lauterjung

Brisant: Wie unsere Zeitung erfahren hat, will in den nächsten Tagen auch BfS-Ratsfrau Inge Brümmer aus dem politischen Verein austreten. Das wäre politischer Sprengstoff. Denn mit Preuß und Brümmer könnte die Mehrheit des Viererbündnisses aus SPD, Grünen, BfS und DSW in Gefahr geraten.

Doch ins Lager der CDU wird es sowohl Brümmer als aus Preuß, der einst bei den Jusos Mitglied gewesen war, nicht ziehen. Die Walderin war doch zuvor 31 Jahre SPD-Mitglied; und der Vater von Markus Preuß ist ein verdienter Genosse, der erst neulich von der SPD für 50-jährige Mitgliedschaft geehrt wurde. Nach Informationen unserer Zeitung hat SPD-Fraktionschef Ernst Lauterjung bereits mit Inge Brümmer und Markus Preuß ein vertrauliches Gespräch über einen möglichen Parteieintritt geführt.

BfS-Vorsitzender Martin Bender bedauert unterdessen den Rückzug von Markus Preuß: "Es gibt eigentlich keinen wirklichen Grund dafür." Wie in einer Beziehung habe man sich mit Ansichten und Ideen auseinandergelebt. "Dann ist es gut, wenn man sich trennt", sagt Bender, der auch "unterschiedliche Meinungen" innerhalb der Fraktion als mögliche Ursache für den Rückzug von Markus Preuß nennt. "Im Guten und ohne Groll" werde man nun aber unterschiedliche Wege gehen, ergänzt Bender, nicht ohne Dank und Anerkennung für die geleistete Arbeit von Preuß für die BfS.

(RP)
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