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Solingen: Marius Beutgen ist froh, wieder zu Hause zu sein

Solingen : Marius Beutgen ist froh, wieder zu Hause zu sein

Erst seit einem Tag ist Marius Beutgen wieder in Deutschland. "Ich bin froh, wieder bei meiner Familie in Solingen und nicht mehr in Japan zu sein", sagt der 20-Jährige, der in Bonn Asienwissenschaften und Betriebswirtschaftslehre studiert. Bereits als Gymnasiast war er in Japan bei einer Gastfamilie und verbrachte nach dem Abitur ein weiteres Jahr in dem Land, dessen Kultur und Menschen ihn schon immer begeistert haben. Vor vier Wochen flog er erneut nach Japan.

"Ich habe dort Freunde besucht und mich hauptsächlich zunächst in Tokio und anschließend in Hiroshima aufgehalten", berichtet der Student. Als er von den Erdbeben, dem Tsunami und der drohenden Reaktorkatastrophe in Fukushima erfuhr, reagierte Beutgen nicht besorgt. "Ich war in Hiroshima rund 1000 Kilometer von dem betroffenen Gebiet entfernt und sah keinen Anlass zur Panik." Ebenso hätten sich seine japanischen Freunde verhalten. "Sie sahen ihren Lebensraum nicht in Gefahr und auch in den Medien wurde nicht so drastisch, sondern viel sachlicher über die Ereignisse berichtet als in Deutschland."

Vermutungen, dass die Regierung eingeschränkte Informationspolitik betreibe, kann Marius Beutgen aus seiner Sicht nicht bestätigen. Das Thema der Reaktorkatastrophe habe bei seinen japanischen Freunden und Bekannten ohnehin nicht so stark im Fokus gestanden. Sie hätten vielmehr Sorgen wegen der Erdbeben und der Flutwelle gehabt. "Erst als ich mit meiner Familie in Deutschland E-Mails austauschte und am Telefon mit ihr sprach, wurde mir klar, wie angespannt die Europäer mit den Vorfällen in Japan umgehen, ich konnte die Ängste nachvollziehen."

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Der Flug nach Deutschland gestaltete sich völlig problemlos. Beutgen flog von Osaka über Amsterdam nach Köln und landete am Dienstagabend. "Die Stimmung am Flughafen in Osaka war entspannt", sagt er. Auch seine deutschen Freunde in Japan, die wie er einst ein Freiwilliges Soziales Jahr absolvieren, sind inzwischen nach Hause geflogen.

Marius Beutgen ist froh, nicht wie zu Beginn des Japan-Aufenthaltes in Tokio zu sein. Dort lebende Freunde hätten die Stadt schnell verlassen. Seit seiner Wiederankunft in Deutschland hatte Marius Beutgen mehrmals mit seinen japanischen Freunden Kontakt. "Ihnen geht es unverändert gut und sie haben Vertrauen in ihre Regierung, dass sie die Probleme lösen kann."

(RP)