Solingen: "Made in Solingen" lockt viele Gäste

Solingen : "Made in Solingen" lockt viele Gäste

Beim Schneidwaren-Samstag gaben fünf Betriebe Einblick in die Fertigung.

Fünf traditionsreiche Unternehmen boten beim 9. "Solinger-Schneidwaren-Samstag" den zahlreich erschienenen Interessenten wieder gute Einblicke in die Fertigung "Made in Solingen". Am arbeitsfreien Samstag waren die Mitarbeiter erschienen, um bei einer Sonderschicht die Schneidwaren vor Publikum zu produzieren.

Der Blick hinter die Kulissen löste bei vielen Besuchern Begeisterung aus. Rosi Altgeld machte mit ihrem Mann Günter, als Scherennagler ein Mann vom Fach, eine Rundreise. Sie war vor allem von der handwerklichen Fertigung bei Robert Herder Windmühlenmesser an der Ellerstraße in Ohligs überrascht: "Ich wusste nicht, dass es in Solingen noch so etwas gibt."

Frank Daniel Herder leitet zusammen mit seiner Cousine Giselheid Herder-Scholz die traditionsreiche Manufaktur: "Wir haben unsere Abteilungen geöffnet, von der Rohholzbearbeitung über Stanzerei, Härterei, Reiderei, Handschleiferei bis zur Ausmacherei." Die Handschleiferei bei "Windmühlenmesser" ist für ihn das Herzstück der Produktion: Wie bei den anderen Betrieben auch wurden die Besucher auch verpflegt. Bei Robert Herder gab es Öko-Rinderwurst vom Hausschlachter einige Straßen weiter. Mit dem Erlös von Essen und Trinken fördert die Firma die Arbeit des Ohligser Vogelparks.

Bei Kretzer Scheren an der Löhdorfer Straße labte sich Firmenchef Torsten Kretzer an einem wohlschmeckenden Burger, den die "Burger-Schmette" ganz frisch produziert hatte. Er leitet im 21. Jahr die Firma in vierter Generation und hat sich mit seinen hochwertigen Scheren vor allem für professionelle Anwendungen im Schneiderhandwerk spezialisiert. "Aber auch schusssichere Westen werden mit unseren Scheren geschneidert, und die Nasa war bei der Fertigung ihrer Raumanzüge mit den Solinger Scheren sehr zufrieden."

Mehr als 400 Besucher kamen zu Ernst und Willy Niegeloh an der Beethovenstraße. Hier konnten Beautyfans nicht nur erleben, wie Nagelscheren und -feilen hergestellt werden, sondern auch günstige Aktionspreise nutzen. Geschäftsführer Ralph Ebner war beeindruckt: "Der Endverbraucher will hochwertige Produkte haben. Er kauft lieber eine Topinox-Schere aus Edelstahl statt eine einfache und billigere vernickelte Schere. Es soll Spaß machen, die Scheren zu benutzen."

Ebenfalls dabei: Bei Carl Mertens am Krahenhöher Weg, wo auch der Werksverkauf am Aktionstag geöffnet war, führte Curt Mertens, der Enkel des Firmengründers, die Besucher persönlich durch den Betrieb.

(RP)
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