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Solingen: Lutherkirche: Rettung in Sicht

Solingen : Lutherkirche: Rettung in Sicht

Die beispielhafte Rettungsaktion, um Solingens größte Kirche vor der Schließung zu bewahren, greift. "Wir haben bereits 35 000 Euro an Dauerspenden gesammelt", berichtet Hansjörg Schweikhart vom Lutherkirchen-Bauverein.

Die Hiobsbotschaft traf die evangelische Luthergemeinde im Herbst: In Solingen soll die erste Kirche geschlossen werden, weil das Gotteshaus von der Gemeinde selbst nicht mehr zu finanzieren ist. Falls sich nicht doch noch genügend Geldgeber finden sollten, wird die größte Kirche Solingens, und zwar die Lutherkirche an der Kölner Straße mit ihrem 85 Meter hohen Turm, im Sommer nächsten Jahres außer Betrieb genommen.

Doch die drohende Schließung der Lutherkirche hat in der Gemeinde selbst, aber auch weit darüber hinaus eine beispielhafte Rettungsaktion ins Leben gerufen. Dabei geht es konkret um eine dauerhafte Finanzierung der Bauunterhaltung: Mehr als 75 000 Euro müssen dafür jährlich für die 110 Jahre alte Kirche, die unter Denkmalschutz steht, aufgebracht werden. Eine Summe, die die Gemeinde selbst nicht mehr stemmen kann; und bei der sie auf Hilfe von Sponsoren angewiesen ist, beschreibt Pfarrer Wilfried vom Baur im Gespräch mit unserer Zeitung das Problem.

Die Rettung der Lutherkirche aus dieser Finanzklemme ist jetzt aber in Sicht. Nach den Worten von Pfarrer vom Baur berichtet das "Kernteam Lutherkirche", das sich in der evangelischen Gemeinde eigens zusammengefunden hat, im neuen Gemeindebrief von "einem erheblichen Schritt nach vorne": Auf dem Gebiet der dauerhaften Finanzierung sei sehr viel geschehen. Dies sei insbesondere ein Verdienst des Lutherkirchen-Bauvereins. Der Gemeindebrief wird in diesen Tagen verteilt.

Hansjörg Schweikhart, Vorsitzender des Bauvereins der Lutherkirche, nennt Zahlen: "Wir haben bereits 35 000 Euro an Dauerspenden gesammelt." Für diese jährlich gesicherte Summe sorgen 150 Personen. "33 000 Euro fehlen uns noch für die Restfinanzierung, um die Lutherkirche zu erhalten", erklärt Schweikhart. "Die Rettung ist in greifbare Nähe gerückt." Mit weiteren 100 Spendern wäre in jedem Fall das rettende Ufer erreicht.

Doch auch im evangelischen Kirchenkreis gibt es nach seinen Worten "positive Signale" einer finanziellen Hilfe. Dort ist jedenfalls eine "Arbeitsgruppe Lutherkirche" eingerichtet worden, in der alle zehn evangelischen Gemeinden des Kirchenkreises vertreten sind. Bei der nächsten Kreissynode im Juni will die Arbeitsgruppe einen Beschluss-Vorschlag präsentieren. "Wir müssen abwarten", sagt der Lutherkirchen-Bauvereinsvorsitzende.

Schweikhart betont, dass das Gotteshaus an der Kölner Straße, in das gut 1000 Menschen passen, als Veranstaltungskirche konzipiert wurde.

"Kunst in Luther"

Das beweist die Ausstellung mit Bildern von Charlotte Falk, die im Rahmen der Reihe "Kunst in Luther" am heutigen Samstag eröffnet wird. Die Solingerin zeigt bis Mitte April 16 Aquarelle, Pastelle und Acrylbilder. "Malen ist für mich mit Freude verbunden." Optimistisch und farbenfroh sind ihre Werke. "Das Leben", sagt sie, "ist doch auch kunterbunt."

Gast in der Lutherkirche ist am Ostersonntag, 8. April, schließlich Wolf Codera.

Das Konzert "Codera goes Choral" beginnt um 20 Uhr. Unterstützt wird es vom Lions Club Solingen. Präsident Falk Dornseifer betont, dass der Lions Club damit auch mithelfen wolle, die Kirche zu erhalten.

(RP)