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Solingen: Lutherkirche: Gemeinden fehlt das Geld

Solingen : Lutherkirche: Gemeinden fehlt das Geld

Keine guten Nachrichten für die Lutherkirchen-Gemeinde: Um sich an der Rettung der von der Schließung bedrohten Kirche an der Kölner Straße zu beteiligen, fehlen den anderen neun evangelischen Gemeinden in Solingen die Mittel. Das ist eine der wichtigsten Erkenntnisse der Frühjahrssynode des evangelischen Kirchenkreises am vergangenen Wochenende.

Die Lutherkirche soll im Sommer 2013 aus finanziellen Gründen geschlossen werden. Der Lutherkirchen-Bauverein wirbt deswegen um private Spenden. Die Hilfsbereitschaft der Bürger ist groß: Doch noch fehlen 20 000 Euro, die jedes Jahr in die Bauunterhaltung fließen müssen. Im November hatte der Kirchenkreis deshalb eine Arbeitsgruppe beauftragt, zu prüfen, ob die übrigen Gemeinden sich am Erhalt des Baudenkmals beteiligen können.

"Der Beitrag kann auf einer moralischen Ebene sein", sagte Pfarrer Thomas Förster, Sprecher des Kirchenkreises. Eine finanzielle Unterstützung sei nicht möglich. Schließlich gebe es auch andernorts großen Sanierungsbedarf, wie zum Beispiel an der evangelischen Kirche in Merscheid, Hofstraße. So bleibe den Mitgliedern des Kirchenkreises die Möglichkeit, selbst um Spenden zu werben oder Benefizkonzerte zu organisieren.

Einen richtungsweisenden Beschluss fasste die Synode im Hinblick auf das Amt des Superintendenten. Dabei ging es nicht etwa um einen Nachfolger für den ausgeschiedenen Klaus Riesenbeck, sondern um die Frage, aus welchem Kreis dieser überhaupt zu bestimmen ist. Bislang übernahm stets ein Pfarrer aus einer Gemeinde des Solinger Kirchenkreises das Amt.

Hauptamtlicher Superintendent

Nun soll es eine hauptamtliche Stelle, ohne Bindung zu einer bestimmten Gemeinde geben — mit einer Ausschreibung innerhalb der gesamten Landeskirche. Das Votum dafür fiel mit 50 von 62 Stimmen deutlich aus. "So ist gewährleistet, dass der Superintendent am Sonntag nicht nur in seiner Gemeinde, sondern im gesamten Kirchenkreis unterwegs ist", erklärt Hans Wilhelm Ermen, der bis zur Wahl des neuen Superintendenten an der Spitze des Kirchenkreises steht. Theologisch befasste sich die Synodaltagung mit dem Thema "Ethische Aspekte hospizlicher und palliativer Begleitung".

Schließlich bekräftigte die Synode ihre Mitarbeit im Bündnis "Bunt statt braun" und rief die Solinger zum Engagement für ein demokratisches Miteinander auf.

(RP)