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Solingen: Lutherkirche: Die Sanierung beginnt

Solingen : Lutherkirche: Die Sanierung beginnt

Die ersten Investitionen zur weiteren Sicherung der Bausubstanz greifen. Neujahrskonzert mit Radetzky-Marsch am kommenden Sonntag und Luthermahl am 28. März sollen weitere Spenden für die Bauunterhaltung der Kirche bringen.

Der Optimismus ist bei Hansjörg Schweikhart und Klaus Scharwächter buchstäblich greifbar. Von einer drohenden Schließung der Lutherkirche kann nach den Worten des Bauvereinsvorsitzenden sowie des Presbyteriumsmitglieds der evangelischen Gemeinde keine Rede mehr sein. "Dieses Thema ist endgültig vom Tisch", betonten sie gestern mit Entschiedenheit.

Nun können jedenfalls umfängliche Sanierungsarbeiten starten, um die Bausubstanz der über 110 Jahre alten Kirche an der Kölner Straße zu sichern; und zwar an den großen Rosetten des Kirchturms. Mehr als 300 000 Euro sollen in diese immerhin investiert werden. Zunächst werden die beiden großen Rosetten an der Wetterseite saniert. Es sind jene, an denen schon im vergangenen Jahr Kletterer des Alpenvereins die Schutznetze entfernten: eine spektakuläre Aktion der Höhensportler, die in gut 45 Metern gewiss Schwindelfreiheit erforderte. Die Arbeiten an den beiden Rosetten beginnen, sobald nicht mehr mit einer längeren Frostperiode zu rechnen ist. Mit dem Frühjahr läuft außerdem die Sanierung der Fugen an der Wetterseite der Lutherkirche an. Problem: Die Fugen laufen schräg nach innen, dadurch kann Wasser eindringen. Deshalb sollen nun kleine Regenrinnen eingesetzt werden, um die Fugen vor ablaufendem Wasser zu schützen.

"Einigkeit macht stark" — unter dieser Devise ziehen nach den Worten von Hansjörg Schweikhart und Klaus Scharwächter alle an einem Strang. Einen Beitrag stemmt ebenso der Lutherkirchen-Bauverein, der pro Jahr 75 000 Euro für die aufwändige Bauunterhaltung der Kirche aufbringen muss. 2012 und im vergangenen Jahr ist dies gelungen; und auch für 2014 sind Schweikhart und Scharwächter höchst zuversichtlich.

Auftakt zahlreicher Aktionen ist das Neujahrskonzert des Symphonischen Blasorchesters der Musikschule Solingen am kommenden Sonntag, 19. Januar. Beginn: 18 Uhr. Der Eintritt ist frei, um Spenden für die Bauunterhaltung der Lutherkirche wird gebeten. Benedikt Frackiewicz leitet den Konzertabend mit Werken unter anderem von Johann Strauss, Franz von Suppé und Glenn Miller. Besucher erleben ein buntes, vielfältiges Programm von der Klassik, der Filmmusik bis zum Jazz — und zum Abschluss erklingt der Radetzky-Marsch. "Wir müssen nicht nach Wien reisen", auch hier in Solingen sei der zu hören, sagte Frackiewicz. Das Neujahrskonzert soll ziemlich schwungvoll werden.

Tradition hat das Luthermahl mit Kulinarischem und Kultur. Das zehnte Mahl wird am 28. März gereicht. Zum Auftakt um 18 Uhr wird Oliver Richter in der Kirche Lutherchoräle auf der Orgel im Jazzstil improvisieren. Dr. Felix Leibrock, Autor der beiden humorvollen Romane "Lutherleben" und "Luthers Kreuzfahrt", bittet anschließend im Gemeindehaus zu Tisch. Das Thema des Luthermals lautet diesmal: "Fressen wie ein Böhme und saufen wie ein Deutscher — die Lebensphilosophie des Martin Luther."

Der Erlös ist wie auch in den Vorjahren für die Kirchenbauunterhaltung bestimmt. Hansjörg Schweikhart und Klaus Scharwächter wünschen sich möglichst wieder 2000 Euro — so wie im vergangenen Jahr.

(RP)