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Solingen: Lücken schließen

Solingen : Lücken schließen

Bei der Vorstellung des Bebauungsplanes S 550 erfuhren die Bürger vieles über den geplanten Hofgarten. Die Investoren wollen nicht nur Angebotslücken schließen sondern auf vorhandenen Einzelhandel besser anbinden.

Die erneuten klaren Worte des Geschäftsführers der HLG wurden gestern abend mit Beifall quittiert. "Wenn der Hedderich-Pavillon nicht abgerissen wird, können wir unser Projekt nicht realisieren", sagte Christian Driesen, der zuvor den Bürgern das Projekt auf den heutigen Karstadt-Areal erläutert hatte.

Beigeordneter Hartmut Hoferichter geht davon aus, dass der Abbruchantrag für den denkmalgeschützen Pavillon "unterwegs" ist. Dann wird das Rheinische Amt für Denkmalpflege und am Ende vielleicht sogar ein Minister entscheiden. Offenbar zweifelt jedoch niemand daran, dass die Belange des Denkmalschutzes den massiven wirtschaftlichen und städtebaulichen Interessen untergeordnet werden.

Der Hofgarten wird in der Stadt nicht nur Angebotslücken schließen, er wird sich auch mit dem vorhandenen Einzelhandel besser verbinden, ist Karl Heinz Schmidt vom städtischen Planungsamt sicher. Er rechnet mit einem Ratsbeschluss zum Bebauungsplan S 550 im günstigen Fall in November oder Dezember. Dann will allerdings der Investor HLG aus Münster bereits mit dem Abriss des Karstadt-Komplexes einschließlich des 55 Meter hohen Hochhauses begonnen haben.

Zwischen 90 und 100 Millionen Euro Investitionssumme nannte Driesen gestern noch einmal. Das Inhaber geführte Unternehmen HLG bleibe in der Regel zunächst Eigentümer seiner Projekte. "Wir haben Objekte, die bleiben 20 Jahre im Bestand, wir haben Objekte, die bleiben ein, zwei oder drei Jahre im Bestand, antwortete er auf eine entsprechende Zuschauerfrage. Die Vermietung der Verkaufsflächen übernehme HLG über ein Vermietungsbüro selbst.

90 Millionen Kaufkraft binden

Mit einer "Akzeptanz über die Stadt hinaus" rechnet Werner Sübai vom ausführenden Architektenbüro HPP. Genauer untersucht hat dies Jörg Lehnerdt von der Kölner Unternehmensberatung BBE. Der Hofgarten, so erläuterte er, werden 90 Millionen Kaufkraft aus der Stadt und noch einmal nein Millionen Euro über Kunden von außerhalb binden. Natürlich werde es zu einer Umverteilung von Kaufkraft kommen aber die sei "verträglich".

Die Bürger interessierte gesten vor allem, wie der Abbruch das Leben in der Innenstadt beeinträchtigt, ob der Arbeitstitel Hofgarten bestehen bleibt und ob der geplante begrünte Innenhof nicht so zugig und "unverschämt kalt" wird wie die Piazza in den Clemens-Galerien.

(RP)