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Solingen: Lichtsignal holt Kellner herbei

Solingen : Lichtsignal holt Kellner herbei

Elektroinstallateur Heinz Streibl vermarktet derzeit seine Erfindung eines elektronischen Kellnerrufs. Dieser soll für die Gäste und das Personal eine Erleichterung sein. Die Handwerkskammer wirbt für die patentierte Idee.

"Herr Ober!" Der verärgerte Ausruf ungeduldiger Restaurantgäste könnte bald der Vergangenheit angehören— zumindest, wenn es nach Heinz Streibl geht. Der Solinger Elektroinstallateur ist der geistige Vater des Kellnerrufs per Funk mit dem Namen "Service im Handumdrehen." Nachdem der Erfinder seine patentierte Neuheit an verschiedenen Gaststätten getestet hatte, hat er inzwischen in der "Wein und Gastro GmbH" einen Partner gefunden, der den "Kellnerruf" serienmäßig produziert und vermarktet.

Das Service-System für die Gastronomie hat längst auch die Aufmerksamkeit des Deutschen Handwerkskammertages erregt. Noch bis zum 5. August präsentiert die Interessenvertretung des Handwerkes die Errungenschaft aus dem Hause Streibl als "Meisterwerk der Woche" auf einer eigenen Internetseite.

Geboren wurde die Idee bei einem Besuch Streibls in einer Gaststätte. Das war im Jahr 2005. "Wir saßen und saßen und saßen", erinnert sich der Elektroinstallateur. "Da habe ich mir gedacht: Es wäre doch toll, wenn ich jetzt ohne ein Pfeifen nach dem Kellner rufen könnte."

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Seine Erfindung, die wie eine Litfaßsäule im Miniaturformat aussieht und mit Werbung verkleidet werden soll, steht auf dem Tisch für die Gäste bereit. Um eine Bestellung aufzugeben, muss der Kunde die Säule nur auf den Kopf drehen, und schon erhalten die Kellner in der Küche ein Funksignal. Gleichzeitig leuchtet auch an der Litfaßsäule ein Licht auf, das erst erlischt, wenn der Kellner es nach erledigtem Auftrag mit einem elektronischen Stift berührt hat.

Dieses Verfahren soll nicht nur für die Gaststätten und Restaurantbesucher von Vorteil sein, sondern auch das Personal entlasten. "Wenn der Chef merkt, dass die Lichter zu lange leuchten, weiß er, dass er noch mehr Leute braucht", erklärt Streibl. Tests bei vereinzelten Gastronomen seien überaus erfolgreich gewesen, berichtet er. Auch der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) zeigte bereits Interesse an der Erfindung aus der Klingenstadt. Ursprünglich kostete der "Service im Handumdrehen" pro Stück 3600 Euro — kein Wunder, dass Streibl, der einen Elektrobetrieb mit acht Mitarbeitern leitet, bei der Vermarktung auf einen erfahrenen Geschäftspartner angewiesen ist. Dieser hat zuletzt 80 Produktionseinheiten von jeweils 24 "Kellnerrufen" hergestellt.

Ob dieser "Service im Handumdrehen" jetzt einen Siegeszug rund um den Globus antreten wird, beschäftigt Streibl zunächst noch gar nicht: "Ich freue mich erstmal, dass sich Leute für diese Idee interessieren."

An weitere Erfindungen aus seinem Betrieb glaubt Heinz Streibl im Moment ebenfalls nicht. Ideen habe er zwar immer im Kopf, sagt er, fügt aber hinzu: "Man muss bedenken, dass eine lange Zeit vergeht, bis man in die Vermarktung einer Erfindung kommt, und dass es heutzutage schwierig ist, geeignete Geldgeber zu finden."

(RP)