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Solingen: Lichterketten erhellen triste Herbsttage

Solingen : Lichterketten erhellen triste Herbsttage

Der 35. Basar der Kunsthandwerker ist auf Schloss Burg gestartet. Zehn Tage lang präsentieren Aussteller ihre in Handarbeit gefertigten Waren. Ute Wickel verkauft ihre bunten Schirmchen für Lichterketten im Rittersaal.

Unter den vielen Ständen im Rittersaal ist Ute Wickel nicht zu übersehen: Dutzende Lichterketten erhellen ihren Stand und tauchen ihn in ein warmes Licht. Die bunten Schirmchen für Lichterketten bastelt Ute Wickel jetzt schon seit zwölf Jahren. "Meine Kinder haben damals im Kindergarten solche Schirmchen gebastelt, mit Butterbrotpapier und Wachsmalstiften, aber die sind sofort wieder abgefallen", sagte Wickel. Also machte sie sich daran, eine bessere Variante zu finden. "Ich habe ganz klein angefangen, aber die Nachfrage war so groß, dass ich schnell begonnen habe, die Ketten auch zu verkaufen", berichtete Wickel.

Rund vier Kunsthandwerkermärkte besucht die Wuppertalerin im Jahr. Seit gestern bietet sie ihre Lichterketten auf dem Basar der Kunsthandwerker auf Schloss Burg an. Hochgerechnet bastelt Ute Wickel gut zwei Monate im Jahr an ihren Schirmchen. Mehrere Schichten aus Architekten- und Pergamentpapier werden zusammengeklebt, gebügelt, in Form geschnitten und schließlich mit Acrylfarbe eingefärbt.

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"Im Sommer mache ich Pause, dann muss ich meine Handgelenke von dem Zurechtschneiden schonen", sagte die 57-Jährige. Doch für die hauptberufliche Bankkauffrau ist das Basteln ein schönes Hobby: "Bei Regenwetter sitze ich manchmal einen ganzen Tag dran." Die fertigen Schirmchen verkauft sie einzeln. "Dann können die Leute sich ihre Lichterketten selbst damit verschönern." Aber auch als fertige Lichterketten. Jetzt, passend zum Herbst, verziert mit Blättergirlanden. "Besonders freue ich mich, wenn meine Kunden wiederkommen, um Lichterketten für Freunde und Bekannte zu kaufen", sagte Wickel.

140 Aussteller präsentieren derzeit ihre Waren auf Schloss Burg, darunter Schmuck, Kleidung, Dekoration oder Lederwaren. "Wir haben in diesem Jahr zehn bis 15 Prozent neue Aussteller dabei", sagte Gregor Ahlmann vom Schlossbauverein. So viele Aussteller präsentieren zu können, bedeutet viel Aufwand: "Wir haben im März mit den Vorbereitungen für den Kunsthandwerkermarkt begonnen, damit wir ein vielfältiges und ausgewogenes Sortiment anbieten können", so Ahlmann. Doch die Arbeit zahlt sich aus: Wie in den vergangenen Jahren werden während des Basars 20 000 Besucher auf Schloss Burg erwartet.

Der Kunsthandwerkermarkt ist in jedem Jahr ein Anziehungspunkt für Besucher. Siglinde Fischer wollte einen ganz speziellen Filzhut für ihren Mann kaufen. Aber auch die anderen Stände gefielen ihr gut: "Hier gibt es keine Billigware, sondern außergewöhnliche Sachen." Elke Büßer und Annette Ernst haben den Basar schon häufig besucht. ""Hier findet man immer ausgefallene Stücke", sagte Annette Ernst. Vom Angebot lassen sie sich immer gerne überraschen: "Gerade habe ich ein Armband und eine Nautilus-Muschel gekauft, aus der möchte ich mir einen Anstecker machen", sagte Ernst.

(RP)