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Solingen: Letzter Vorhang für das Burgtheater

Solingen : Letzter Vorhang für das Burgtheater

Das Papiertheater auf Schloss Burg soll seinen Standort im nächsten Jahr aufgeben – und doch fortbestehen.

Hinter Peter Schauerte-Lüke, Vorsitzender des Vereins "Burgtheater, ein Papiertheater e.V.", liegen aufreibende Monate, in denen es um die Spielstätte seines Papiertheaters auf Schloss Burg ging. Seit 2001 ist dieses deutschlandweit einzigartige Theater in Burg ansässig. Nun wird Schauerte-Lüke es "nach langem Hin und Her" aufgeben. Als er vor elf Jahren seine Räume auf Schloss Burg als Buchhandlung und Papiertheater eröffnete, stellte sich der Erfolg schnell ein. Die Buchhandlung gab der Theaterdirektor schließlich auf.

Seine Aufführungen umfassten bald ein breites Spektrum und reichten von kleinen Theater- und Märchenspielen für Kinder bis zu einem variantenreichen Programm für Erwachsene von der Oper bis zu klassischen Inszenierungen weltbekannter Stücke. Das Publikum nahm gerne auch längere Anreisen auf sich, um das Papiertheater zu erleben, das schnell zur Institution wurde.

Dabei ging es Theatermacher Schauerte-Lüke nie ums Geld: "Finanziell war das Papiertheater nie einträglich, aber ich habe es immer mit viel Begeisterung und Engagement geführt." Aus familiären Gründen sei ein Fortbestehen auf Schloss Burg nun nicht mehr möglich. Ein weiterer wichtiger Grund für die Suche nach einem anderen Standort ist, dass die bisherigen Räume des Theaters zukünftig nicht mehr zur Verfügung stehen werden. Im Auftrag der Bergischen Entwicklungsagentur (BEA) wurde untersucht, wie Schloss Burg attraktiver für ein Publikum ab 55 Jahre werden kann. Man kam zu dem Schluss, den Eingangsbereich zu optimieren. "Unser Theater wurde bei der Planung gar nicht berücksichtigt", erklärt Peter Schauerte-Lüke die Problematik. Aus seinen Theaterräumen soll der Ticket-Bereich von Schloss Burg werden. "Diese Pläne sind nicht umkehrbar und müssen schnell, nämlich bis Mai 2015, realisiert werden, um die EU-Fördermittel zu erhalten."

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Jetzt hat Peter Schauerte-Lüke selbst die Reißleine gezogen. Sein Mietvertrag läuft zum 31.März nächsten Jahres aus. Darüber hinaus kann er sich vorstellen, noch ein paar Monate zu bleiben.

"Auf keinen Fall werde ich Burg ganz den Rücken kehren", verspricht der Theaterdirektor und plant Gastspiele in Burg wie bei den beliebten Märchentagen. Trotzdem schaut er sich jetzt bereits nach Alternativen zu seiner bisherigen Spielstätte um.

Ein altes Kino in Köln könnte eine Möglichkeit sein, "neue Perspektiven mit mehr Plätzen für das Papiertheater zu schaffen". Bis dahin legt Peter Schauerte-Lüke allerdings großen wert darauf zu betonen, dass der Spielbetrieb auf Schloss Burg bis zum Frühjahr/Sommer 2013 wie gewohnt weiterläuft: "Wir sind es unseren vielen treuen Zuschauern und uns schuldig, mit der üblichen Spielbegeisterung unsere letzten Monate in Burg zu genießen."

(pbm)