Solingen: Letzte Probentage für Oper "Rigoletto"

Solingen : Letzte Probentage für Oper "Rigoletto"

In jedem Jahr stellt das Kulturmanagement unserer Stadt die Inszenierung eines Musikwerks auf das Programm, bei der sowohl die Bergischen Symphoniker wie auch der Solinger Theaterchor mitwirken können. Die Zusammenarbeit mit der Kölner Musikhochschule und dem Regisseur Professor Igor Folwill ist ein Garant für die hohe Qualität dieser Aufführungen. In diesem Jahr huldigt die Eigeninszenierung Giuseppe Verdi, dessen 200. Geburtstag weltweit gefeiert wird, aufgeführt wird das Musikdrama "Rigoletto", eine der beliebtesten Opern Verdis.

Regisseur Folwill lässt sich bei den Proben nicht gerne in die Karten gucken, unsere Zeitung durfte allerdings bei der von Generalmusikdirektor Peter Kuhn geleiteten Klavierprobe dabei sein, in der am Sonntagnachmittag die gesamte Oper mit Solisten, Chor und Korrepetitor am Klavier durchgeprobt wurde.

Igor Folwill sitzt im Pina-Bausch-Saal am Regiepult in der Mitte des Zuschauerraums und ihm entgeht nichts. Seine Assistentin Vivian Guerra führt auf der Bühne die Anweisungen durch. Mal ist die Versenkung nicht exakt hochgefahren, mal geht der Vorhang zu schnell zu, und auch an der Beleuchtung wird noch probiert. Und wenn ein Chorsänger für Sekunden zu früh auf die Bühne kommt, dann kann sich Igor Folwill auch schon mal richtig aufregen.

Mit dem Bariton Frank Dolphin Wong probt er den richtigen Sitz der Narrenkappe vom Rigoletto, dem tragischen Hofnarren des Herzogs von Mantua, glanzvoll gesungen von Tenor Francisco Almanza. Auch wenn sich verständlicherweise die Sänger während der Probe stimmlich ein wenig schonen, ist zu hören, dass hier ein vortreffliches Solisten-Ensemble verpflichtet worden ist. Nicht ganz zufrieden ist der Regisseur mit den einheitlichen Kostümen der Chorherren.

Die Sänger sollten bei der Entführung von Rigolettos Tochter Gilda (Stephanie Elliott) maskiert sein, und diese Masken fehlen noch. "Gut, dann klappere ich eben morgen alle Karnevalsläden in Köln auf der Suche nach diesen Masken ab", seufzt Igor Folwill; der verantwortliche Regisseur muss sich eben immer etwas einfallen lassen. Auch wenn sicher bis zur Premiere noch einiges an der Inszenierung gefeilt werden wird, sind schon bei der Probe eindrucksvoll dichte Szenen zu sehen, die Theaterfreunde können sich auf eine kongeniale Aufführung ohne Regiemätzchen freuen, auch dafür steht Igor Folwill.

(RP/ac)