Leistungssport Solingen gGmbH: Regionale Förderung für Spitzensportler

Leistungssport Solingen gGmbH : Regionale Förderung für Spitzensportler

Maximilian Kremser, Inga Hundeborn und Kim Treudt-Gösser sind die ersten Drei, die von der Leistungssport Solingen gGmbH gefördert werden.

Man kommt unter den Top-Leichtathleten ins Gespräch bei großen Wettkämpfen oder Kader-Lehrgängen. Ein Thema sind immer wieder die Finanzen, um den Sport leistungsorientiert betreiben zu können. „Wenn ich erzähle, dass ich regional gefördert werde, werden alle ziemlich neidisch“, sagt Maximilian Kremser. „Von den Anderen im Bundeskader hat das keiner.“ Damit die Reisekosten oder Ausrüstung bezahlt werden können, nehmen einige sogar kleinere Nebenjobs an. „Oder sie wechseln gleich in die großen Vereine“, weiß der 18-Jährige, der in seiner Altersklasse zu den besten Läufern über die 400 Meter gehört.

Genau Letzteres will das Projekt „Leistungssport Solingen“ verhindern. Die vor rund einem Jahr gegründete gemeinnützige GmbH hat sich zum Ziel gesetzt, junge Spitzensportler aus der bergischen Region nach dem Schulabschluss gezielt zu fördern, um sie am Standort zu halten. Neben Maximilian Kremser (Solinger LC) erhalten aktuell seine Vereinskollegin Inga Hundeborn und Degenfechterin Kim Treudt-Gösser einen monatlichen Zuschuss, um sich neben Training und Wettkämpfen ganz auf das Studium konzentrieren zu können.

Das bundesweit bislang einmalige Projekt ist vorletztes Jahr mit tatkräftiger Unterstützung von Jörg Püttbach auf den Weg gebracht worden. Der Geschäftsführer der Firma BIA stand bei der Gründung beratend und motivierend zur Seite. „Es war wichtig, transparente Strukturen zu schaffen“, erklärt Püttbach, der mit seinem Unternehmen zu den Sponsoren gehört, die den Start-Etat zur Leistungssport-Förderung gesichert haben.

„Wenn finanzielle Mittel nach dem Schulabschluss fehlen, können wir Talenten unter die Arme greifen“, sagt Petra Schmidt. Nach einem Antrag über den Verein sowie der Empfehlung eines sportfachlichen Beirats ermittelt die Geschäftsführerin der gGmbh, wie hoch eine Fördersumme ausfallen kann. Zu Grunde gelegt werden klare Vergabekriterien. Ein Leistungssportler kann nur unterstützt werden, wenn er in einer olympischen Sportart sowie in einem Verein aus der Region aktiv ist und mindestens einem Ladeskader angehört beziehungsweise die Perspektive hat, den Kaderstatus zu erhalten. Zusätzlich prüft ein mehrköpfiges „Gremium Duale Karriere“ jährlich die Einhaltung der Kriterien.

Seit Dezember werden Maximilian Kremser, Inga Hundeborn und Kim Treudt-Gösser unterstützt – vorerst für zwei Jahre. „Es wird eine große Kraftanstrengung, um die Förderung langfristig zu sichern“, sagt Daniel Certa, einer der drei Mitglieder des sportfachlichen Beirats. „Es stehen nämliche einige Talente in den Startlöchern, die ebenfalls die Kriterien erfüllen können.“ Drei bis vier Sportler könnten es bis 2023 pro Jahr werden.

Die Leistungssport Solingen gGmbH ist jetzt mit der Vorstellung ihres Projektes an die Öffentlichkeit gegangen, um zum einen Sportlern mit Potenzial die Möglichkeit aufzuzeigen, dass sie eine Förderung beantragen können. Zum anderen geht es darum, den Pool der Unterstützer zu erweitern. Für Jörg Püttbach ist das Engagement ein gesellschaftlicher Anreiz: „Sport ist eine gute Sache“. Erfolgreiche Athleten wie Kremser, Hundeborn oder Treudt-Gösser sind für ihn „Leuchtturm-Figuren“, die motivieren, wenn sie aus der eigenen Stadt kommen.

Mittelfristig soll es nicht nur bei einer finanziellen Unterstützung bleiben. Mit individuellen Beratungen sollen Ausbildungs- oder Arbeitsplätze bei Unternehmen in der Region im Rahmen einer dualen Karriere vermittelt werden. „Leistungssportler gelten als kluge Köpfe und strukturiert“, sagt Jörg Püttbach.