Leichlingen / Solingen: Marode Wupperbrücke ist bald Geschichte

Abrissarbeiten beginnen in Kürze : Marode Wupperbrücke ist bald Geschichte

Kommenden Donnerstag wird die Wupperbrücke zwischen Haasenmühle und Nesselrath Stück für Stück abgetragen. Danach beginnen die Vorarbeiten für den Neubau, der bis Ende 2020 fertiggestellt sein soll.

Die vorbereitenden Arbeiten zum Abriss der maroden Wupperbrücke zwischen Haasenmühle und Nesselrath nehmen mehr Zeit in Anspruch als zunächst gedacht: Erst in der kommenden Woche, ab Donnerstag, 29. August, soll mit dem Abbruch der Spannbetonbrücke begonnen werden, die 1958 errichtet worden war. „Der Abbruch wird drei oder vier Tage dauern“, sagt Bauleiter Dominik Radtke von der beauftragten Firma Heitkamp.

Vertreter der Stadt Solingen und des Rheinisch-Bergischen-Kreises als Eigentümer der Brücke informierten sich am Donnerstag vor Ort über den Abriss/Neubau der Wupper-Querung. Da sich die Brücke im sogenannten Fauna-Flora-Habitat-Gebiet (FFH) befindet, ist Sorgfalt beim Abriss angesagt. „Es darf nichts in die Wupper fallen“, sagt Detlef Diekel von den Technischen Betrieben Solingen. Der bisherige Prokurist der Wirtschaftsförderung kümmert sich ab 1. September um die Bereiche Brücken / Stützwände bei den Technischen Betrieben Solingen (TBS), für die er bereits vor 2011 gearbeitet hat.

Die vorbereitenden Arbeiten laufen auf Hochtouren. So wurde die Wupper auf Leichlinger Seite nicht nur mit riesigen Sandsäcken abgesichert, sondern das Ufer auch mehr zur Flussmitte hin erweitert. Auf Solinger Seite wurden ebenfalls Sandsäcke gestapelt. In der Mitte der Brücke wird in den nächsten Tagen unterhalb eine Arbeitsplattform errichtet, die den Stück für Stück abgebrochenen Beton aufnimmt. Angelegt wurden Baustraßen, die bis zum Ufer führen. Über diese werden die Brückenteile abtransportiert. Zunächst aber wird die alte Brücke in den Rohbauzustand versetzt, Asphalt und Geländer müssen noch entfernt, überdies die Widerlager freigelegt werden.

Im Juni 2017 musste die alte Brücke wegen großen Baumängeln für den Verkehr gesperrt werden. Schon damals war für die Stadt Solingen und den Rheinisch-Bergischen-Kreis klar, dass schnell wieder eine neue Brücke über die Wupper gebaut werden soll. Ende des vorigen Jahres wurde eine Behelfsbrücke freigegeben, im Oktober werden vorbereitende Arbeiten für die neue Brücke in Angriff genommen. Bis Ende 2020 soll diese fertiggestellt sein.

Bei der Behelfsbrücke sowie beim Neubau ist Arbeitsteilung zwischen Solingen und dem Rheinisch Bergischen Kreis angesagt: Während sich die Nachbarn um Fördermittel bei der Bezirks- und Landesregierung kümmern, obliegt Solingen die Bauplanung und die technische Ausführung.

Gerade bei den Fördermitteln konnte jetzt eine höhere Summe akquiriert werden. Zwar kostet die neue Brücke mit rund vier Millionen Euro etwas mehr, dafür hob das Land NRW die Förderquote aus dem Topf kommunaler Straßenbau in diesem Jahr von 60 auf 70 Prozent an. Mithin müssen Eigenmittel in Höhe von 1,2 Millionen aufgewendet werden – für Solingen und den Rheinisch-Bergischen-Kreis sind das jeweils 600.000 Euro.

Für die Kanuten ist die Wupper im Bereich der Baustelle derzeit gesperrt. Eine Ein- und Ausstiegsstelle wurde kurz vor und nach der Brücke eingerichtet. Eventuell im Oktober, können die Kanuten die Wupper im Baustellenbereich voraussichtlich wieder befahren.

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