Solingen: Lebensmittelmarkt für Hallenbad Ohligs

Solingen : Lebensmittelmarkt für Hallenbad Ohligs

Derselbe Entwickler, der einen Bio-Supermarkt ins Birkerbad holen will, hat nun auch Pläne für das denkmalgeschützte Bad an der Sauerbreystraße in Ohligs vorgelegt. Neben dem Lebensmittelmarkt sind zudem Wohnungen vorgesehen.

Lange hatte es den Anschein gehabt, als blieben die alten Solinger Hallenbäder an der Birkerstraße in Mitte sowie an der Sauerbreystraße in Ohligs zwar schöne, aber unverkäufliche Investitionsruinen. Doch nachdem in der vergangenen Woche bekannt geworden ist, dass in das Birkerbad demnächst ein Bio-Supermarkt einziehen soll, kommt jetzt in Ohligs ebenfalls Bewegung in die Angelegenheit. Denn derselbe Immobilienentwickler, der schon die Pläne für die historische Schwimmhalle in Mitte präsentiert hat, will nun auch das Bad an der Sauerbreystraße mit neuem Leben füllen.

"In das Hallenbad Ohligs wird ein Lebensmittelvollsortimenter einziehen", kündigte Eduard Meßmer von der Entwicklungsgesellschaft Meßmer & Meßmer aus dem rheinischen Erftstadt bei Köln gestern an. Die Verhandlungen mit einem Interessenten seien bereits weit fortgeschritten, sagte der Immobilien-Fachmann, der im Gespräch mit unserer Redaktion zudem betonte, neben dem Lebensmittelgeschäft sieben Wohnungen in den seitlichen Flügeln des im Jahr 2011 stillgelegten Bades schaffen zu wollen.

Für den Nahversorgungsmarkt, der den Bedarf in Ohligs-Ost abdecken könnte, soll der Antrag für einen entsprechenden Bauvorbescheid bis zum 31. März bei der Stadt gestellt werden - wobei die vorbereitenden Arbeiten längst schon auf Hochtouren laufen. So traf sich Immobilienentwickler Meßmer zuletzt in der vergangenen Woche mit Beamten der Unteren Denkmalschutzbehörde, um vor Ort die Einzelheiten des Projektes zu besprechen.

Hauptthema war dabei das Parkraumproblem. Immerhin benötigt ein Lebensmittelgeschäft ausreichend große Abstellmöglichkeiten für die Autos seiner Kunden. "Dafür würde sich in Ohligs nach unserem Dafürhalten vor allem der Platz vor dem Haupteingang des alten Hallenbades eignen", sagte Eduard Meßmer. Gleichzeitig räumte der Immobilienentwickler ein, es bestehe aus Gründen des Denkmalschutzes diesbezüglich noch Abstimmungsbedarf. Allerdings sei er zuversichtlich, in diesem Punkt bereits bald ebenfalls eine Lösung präsentieren zu können, so Meßmer am Mittwoch.

Was den Geschäftsmann dabei optimistisch stimmt, ist seine über Jahrzehnte gewachsene Erfahrung bei der Wiederbelebung denkmalgeschützter Bauten. Zwar ließen die damit einhergehenden Regelungen viele potenzielle Investoren zunächst einmal vor einem Engagement zurückschrecken. Indes böten solche Immobilien immer auch besondere Chancen. Eduard Meßmer: "Es muss stets darum gehen, eine passende Lösung für die Häuser zu finden, die alle Interessen berücksichtigt."

In der Solinger Politik wurden die neuen Pläne für das Hallenbad an der Sauerbreystraße gestern mit einer Mischung aus Zustimmung sowie Skepsis aufgenommen. "Sicherlich wäre das eine gute Option, um endlich wieder Leben in das Gebäude zu bekommen", sagte beispielsweise ein Ratsmitglied. Allerdings sei im Augenblick noch nicht so recht vorstellbar, wie in dem markanten Backsteinbau zugleich Wohnungen und ein Ladenlokal zu integrieren seien. "Der Denkmalschutz steht doch vielen Sachen im Wege", hieß es dementsprechend aus Ratskreisen.

Das wiederum hält Immobilien-Fachmann Meßmer nicht davon ab, sein Vorhaben weiter voranzutreiben. Nach dem Bauvorentscheid könnte schon bald eine Bauvoranfrage gestellt werden, umriss der Unternehmer am Mittwoch den anvisierten Zeitplan - und konkretisierte bei dieser Gelegenheit überdies seine Planungen für das Birkerbad.

"Wir stehen kurz vor dem Vertragsabschluss mit einem Betreiber von Bio-Supermärkten", sagte Eduard Meßmer. Tatsächlich stünden für den Markt im alten Hallenbad exakt 765 Quadratmeter zur Verfügung, während im einstigen Römerbad ein Bistro sowie am früheren Haupteingang ein Kiosk vorgesehen sind. Allein im letztgenannten Bereich wären moderate Änderungen am Bau nötig, die aber den Denkmalschutz nicht tangieren.

(or)