1. NRW
  2. Städte
  3. Solingen

Lebenshilfe Solingen: Wohnungen auf Werkstattgelände?

Stadtentwicklung in Solingen : Wohnungen auf Werkstatt-Areal der Lebenshilfe ?

Die Organisation plant eine neue Werkstätte am Südpark. Auf dem alten Grundstück könnten moderne Wohnungen entstehen.

Im Sommer ist es oft brütend heiß und im Winter bisweilen empfindlich kalt – die Behindertenwerkstatt der Solinger Lebenshilfe an der Freiheitstraße in Weyer befindet sich schon seit Jahren auf einem eher bescheidenen bautechnischen Stand. Weswegen die gemeinnützige Organisation das alte Gebäude möglichst schnell aufgeben und auf dem Areal der Eissporthalle am Südpark eine moderne Werkstatt errichten will.

Das hat die Vorsitzende der Lebenshilfe, Prof. Dr. Susanne Schwalen, jetzt noch einmal unterstrichen. So habe ihre Organisation bereits im Frühjahr ein ungefähres Zeitfenster erstellt, das von einem  Umzug in ungefähr vier Jahren ausgehe, sagte Schwalen am Donnerstag am Rande einer Spendenübergabe der Stadt-Sparkasse Solingen an die Lebenshilfe.

Mit einer Summe in Höhe von 10.000 Euro unterstützte das Geldinstitut zuletzt die Anschaffung einer sogenannten Siegelmaschine, mit deren Hilfe die Lebenshilfe-Mitarbeiter zum Beispiel Messer verpacken und die wie alle anderen Maschinen mit in einen Neubau gehen würden. Wobei von einem Umzug nicht allein die Arbeitskräfte in der Behinderten-Werkstatt profitieren könnten.

  • Am 21. September beginnt die neue
    Stadt Solingen in Gesprächen mit Investor : Grundstück gesucht für neue Eissporthalle
  • Auch die Eisstockschützen nutzen die Halle
    Analyse zur Eisporthalle Solingen : Lösungen gesucht für das glatte Parkett
  • Stiller Protest am Standort der Lebenshilfe-Werkstätten
    Lebenshilfe Solingen : Finale Standort-Entscheidung fällt im Herbst

Der Hintergrund: Sollte die Lebenshilfe in einigen Jahren tatsächlich ein modernes Domizil am Südpark beziehen, wäre an der Freiheitstraße der Weg frei zu einer Neubebauung mit Wohnungen. „Das wäre die am ehesten wahrscheinliche Möglichkeit“, sagte jetzt Lebenshilfe-Chefin Schwalen, die auf Anfrage unserer Redaktion zwar betonte, eine Entscheidung über eine Weiternutzung des Grundstücks sei noch nicht gefallen. Gleichwohl, so Schwalen, habe es bereits erste Kontakte mit der Stadt zu diesem Thema gegeben.

Eine Rathaus-Sprecherin bestätigte am Donnerstag solche Gespräche. „Im Grundsatz wäre eine Wohnbebauung denkbar“, sagte die Sprecherin. Allerdings wäre es hierfür erforderlich, den Flächennutzungsplan zu ändern und einen Bebauungsplan aufzustellen. „Im Planverfahren würde sich dann vieles konkretisieren, etwa welcher Umfang möglich ist oder welche Belange zu berücksichtigen sind“, hieß es vonseiten der Solinger Stadtverwaltung.

Dabei könnte eine Wohnbebauung auf dem Areal der Lebenshilfe in Weyer durchaus Sinn ergeben, ist den Verantwortlichen im Rathaus doch daran gelegen, mehr Wohnraum zu schaffen. So wird im kommenden Herbst beispielsweise der Startschuss zu einer „Wohnbauoffensive“ der Stadt fallen, mit der unter anderem weitere Flächen für eine Bebauung erschlossen werden sollen.

Parallel dazu hat die Genehmigung neuer Wohneinheiten im laufenden Jahr deutlich an Fahrt aufgenommen. Denn wie die Stadt jetzt meldete, wurde 2019 seitens der Verwaltung bislang schon die Genehmigung zum Neubau von rund 500 Wohneinheiten erteilt. Zum Vergleich: Im gesamten Jahr 2018 hatte diese Zahl bei 470 Wohnungen gelegen.

Entsprechend erfreut zeigte sich Stadtdirektor Hartmut Hoferichter. „Wir sind auf einem guten Weg und hoffen, dass wir mit den aktuellen Vorbereitungen im kommenden Jahr ebenfalls auf hohem Niveau genehmigen werden“, sagte Hoferichter am Donnerstag in seiner Funktion als Baudezernent.