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Solingen: Landtagswahl: Vier Solinger mit großen Chancen

Solingen : Landtagswahl: Vier Solinger mit großen Chancen

Sylvia Löhrmann (Grüne), Arne Moritz (CDU), Iris Preuß-Buchholz, Josef Neumann (beide SPD) haben gute Karten, Solingen im Land zu vertreten. Doch wer bei der Landtagswahl auch die Nase vorn hat – die Aufgaben sind riesig.

Sylvia Löhrmann (Grüne), Arne Moritz (CDU), Iris Preuß-Buchholz, Josef Neumann (beide SPD) haben gute Karten, Solingen im Land zu vertreten. Doch wer bei der Landtagswahl auch die Nase vorn hat — die Aufgaben sind riesig.

Josef Neumann, der für die SPD im Wahlkreis 33 (Solingen-Gräfrath, Teile Wuppertals) antritt, rechnet sich sehr gute Chancen aus, beim morgigen Urnengang den CDU-Kontrahenten Fabian Bleck ausstechen zu können.

Denn das ist neu bei der NRW-Wahl: Während die Bürger vor fünf Jahren nur eine Stimme hatten, können jetzt zum ersten Mal gleich zwei Kreuzchen gemacht werden. Wie bei Bundestagswahlen wird in jedem der landesweit 128 Wahlkreise mit der Erststimme ein Abgeordneter direkt gewählt, die Zweitstimme entscheidet dagegen über die Landeslisten — und damit über die Stärke, mit der die Parteien im Landtag vertreten sein werden.

Wichtig vor allem für Kandidaten wie Josef Neumann, die nur einen hinteren Listenplatz ergatterten und so jetzt die Chance haben, ihr Mandat vor Ort mit einfacher Mehrheit zu gewinnen. Im Wahlkreis 33 stritten sich neben Neumann sowie Bleck mit Gisela Thoms (FDP) und Reiner Daams (Grüne) zwei weitere Bewerber der bisher im Landtag vertretenen Parteien um den begehrten Sitz in Düsseldorf.

Und wenn sie auch bei den heißen Themen Schule, Schulden oder A 3-Anschluss durchaus unterschiedliche Akzente setzten, hatten sie doch alle eines gemeinsam: Die vier saßen nicht auf einem der bequem gepolsterten vorderen Listenplätze, auf denen man die Landeshauptstadt sozusagen erster Klasse erreicht.

Das sieht im Wahlkreis 34 (Solingen ohne Gräfrath) anders aus. Auch hier treten vier Kandidaten ums Direktmandat an: Arne Moritz (CDU), Iris Preuß-Buchholz (SPD), Sylvia Löhrmann (Grüne) und Gaby Reimers (FDP). Aber zumindest Löhrmann und Preuß-Buchholz können recht gelassen sein. Die grüne Fraktionsvorsitzende Löhrmann ist nämlich als Spitzenkandidatin ihrer Partei auf Platz 1 gelistet, während SPD-Frau Preuß-Buchholz auf Rang 7 der Parteiliste ebenfalls absolut sicher im neuen Landtag sitzen wird. Eine Konstellation, die sich wiederum für Arne Moritz von der CDU, listentechnisch ohne Chance, als ein echtes Ass im Ärmelerweisen könnte.

Denn da sich die Grünen nicht dazu durchrangen, bei der Erststimme eine Wahlempfehlung für die SPD abzugeben, und angesichts dessen, dass die bekannte Sylvia Löhrmann gewiss einige Erststimmen in Solingen holen wird, erscheint es durchaus vorstellbar, dass Christdemokrat Moritz morgen Abend die Nase vorn hat. FDP-Kandidatin Reimers dürfte es hingegen auch über die Liste schwer haben, in den Landtag einzuziehen, da ihr Platz 19 nur reicht, wenn die Liberalen landesweit zweistellig abschneiden.

Doch wer auch immer die Klingenstadt ab Montag im Land vertritt — sie oder er werden ab Montag unter genauer Beobachtung stehen. Denn erst in dieser Woche veröffentlichte die Verwaltung eine Aufstellung mit Aufgaben, die EU, Bund und eben auch Land der Stadt in den vergangenen Jahren aufbürdete. 26 Millionen Euro stehen dort zu Buche. Und gegenüber unserer Zeitung hatten alle Kandidaten versichert, sich für die kommunalen Finanzen stark machen zu wollen . . .

(RP)