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Landtagswahl 2022: So hat Solingen​ gewählt

So hat Solingen gewählt : Haug (CDU) und Neumann (SPD) im Landtag

Großer Sieger der Landtagswahl sind auch in Solingen die Grünen. Stärkste Partei ist die CDU. Enttäuschung herrscht nach dem Wahlergebnis bei SPD und FDP.

CDU und Grüne sind in Solingen die klaren Sieger der Landtagswahl 2022. Bei den Zweitstimmen erreichte die Union am gestrigen Wahlsonntag 33,8 Prozent, nachdem sie bei der Landtagswahl 2017 auf 31,5 Prozent gekommen war. Nahezu erdrutschartig legten die Grünen zu. Waren sie bei der letzten Wahl noch bei 7,6 Prozent der Zweitstimmen gelandet, erzielten sie diesmal 18,3 Prozent und damit das beste jemals bei einer Landtagswahl in Solingen erreichte Resultat.

Leichte Verluste musste hingegen die SPD hinnehmen. Die Sozialdemokraten kamen auf 27,2 Prozent (2017: 28,6 Prozent). Die AfD wiederum büßte im Vergleich zu 2017 2,6 Prozentpunkte ein und erreichte 5,6 Prozent), derweil die FDP die heftigsten Abstriche hinnehmen musste. Die Liberalen kamen auf nur noch 6,2 Prozent und verloren mehr als die Hälfte ihres Stimmanteils von 2017 (13,3 Prozent).  

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Die beiden Direktmandate in der Klingenstadt gingen wiederum an die CDU und an die SPD. Im  Wahlkreis Solingen I (Ohligs / Aufderhöhe / Merscheid, Burg / Höhscheid, Teile von Mitte und Wald) konnte sich CDU-Parteichef Sebastian Haug durchzusetzen. Der Direktkandidat der Union vermochte 36,6 Prozent der abgegebenen Erststimmen auf sich zu vereinen. Marina Dobbert (SPD), die im vergangenen Jahr über die Reserveliste ihrer Partei in den Landtag nachgerückt war, erhielt 29,2 Prozent. Auf Rang drei folgte Sylvia Vaeckenstedt (Grüne) mit 18,0 Prozent, derweil Nina Brattig (FDP) und Frederick Kühne (AfD) jeweils 5,5 Prozent der Erststimmen im Wahlkreis 35 auf sich zu vereinen wussten.

 Gebannt verfolgte CDU-Mann Sebastian Haug die Auszählung am Bildschirm. Am Ende hatte der Gräfrather im Wahlkreis 35 klar die Nase vorne.
Gebannt verfolgte CDU-Mann Sebastian Haug die Auszählung am Bildschirm. Am Ende hatte der Gräfrather im Wahlkreis 35 klar die Nase vorne. Foto: Peter Meuter
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Entschieden knapper fiel dagegen die Entscheidung im Wahlkreis 34 (Gräfrath, Teile von Mitte sowie der Wuppertaler Westen) aus. Dort gab es ein regelrechtes Fotofinish, bei dem sich am Ende Mandatsinhaber Josef Neumann (SPD) durchsetzte. Neumann, der seit 2010 im Landtag sitzt, kam auf 31,8 Prozent vor Anja Vesper-Pottkamp (CDU), für die 31 Prozent votierten. Eva Maria Fuchs von den Grünen erreichte 19,2 Prozent der Erstimmen, gefolgt von Otto Fest (AfD) mit 6,1 Prozent und Jessica Bremes von der FDP (5,6 Prozent).

Bei den einzelnen Parteien wurde der Ausgang der Landtagswahl unterschiedlich aufgenommen. Während bei SPD und FDP gedämpfte Stimmung vorherrschte, gab es bei Grünen und CDU strahlende Gesichter. So sprach der frischgebackene Landtagsabgeordnete Sebastian Haug von einem großartigen Sieg für seine Partei. „Vor allem Ministerpräsident Wüst und Innenminister Reul haben einen tollen Wahlkampf gemacht und diesen Sieg für die CDU geholt“, sagte Haug. Gleichzeitig führte Haug den CDU-Erfolg sowohl im Land, als auch in seinem Wahlkreis auf die richtigen Themen wie etwa Innere Sicherheit zurück. Sebastian Haug: „Der Auftrag zur Regierungsbildung liegt eindeutig bei der CDU“.

So weit wollte Solingens Erster Bürgermeister Thilo Schnor (Grünen) am Sonntag indes noch nicht gehen. Schnor stellte vielmehr das historisch gute Ergebnis seiner Partei heraus, indem er betonte, so stark seien die Grünen noch nie bei einer Landtagswahl gewesen. Bei möglichen Regierungsbündnissen wollte sich Schnor noch nicht festlegen. Aus seiner Sicht besser wäre jedoch eine Zusammenarbeit der Grünen mit der SPD, unterstrich der Bürgermeister.

Josef Neumann (SPD), Sieger im Wahlkreis 34, zeigte sich wiederum erleichtert. „Das war eine regelrechte Zitterpartie“, bekannte der Sozialdemokrat angesichts des knappen Vorsprungs von 0,8 Punkten auf seine Konkurrentin von der CDU. Parallel betonte Neumann, er habe mit einem engen Rennen gerechnet. So seien die Grünen sehr stark geworden. Nicht zufrieden war der wiedergewählte Abgeordnete mit dem Gesamtergebnis seiner Partei. „Wir müssen in Zukunft noch näher an die Menschen“, zog Neumann als Fazit. Nina Brattig von der FDP sprach mit Blick auf das Gesamtresultat ihrer Partei von einem „desaströsen Ergebnis“. Sie monierte, dass vor allem von der Bundesebene zuletzt zu wenig Unterstützung gekommen sei.