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Landgericht: Solinger nach Falschaussage zu Bewährung verurteilt

Solinger ging in Berufung : Geläutert nach Falschaussage – Bewährung

Nach fast dreijähriger Haft musste ein junger Solinger wegen einer Falschaussage erneut vor Gericht. In der Berufung zeigte er sich geläutert.

„Die Haft war schon schwer“, mit dieser Erfahrung war ein 22-jähriger Solinger im Juli aus der JVA Siegburg nach Solingen zurückgekehrt und hatte sich erst einmal bei den Eltern verkrochen. Nach sozialen Kontakten war ihm vorerst nicht mehr, zwei Jahre und elf Monate geschlossene Haft in der Mehrbettzelle hatten gereicht. Erschwerend kam zwischendrin noch die Umstellung von der Jugendhaft auf die deutlich strengere Erwachsenen-Haft dazu – mit abruptem Abbruch einer gerade angefangenen Ausbildung.

Fast drei verlorene Jahre schienen ihn geläutert zu haben, aber es verfolgte ihn noch ein Prozess wegen einer erkennbar falschen Zeugenaussage, mit der er einen Kumpel hatte schützen wollen. Der war nämlich als Drogen-Kunde in das Solinger Hotel gekommen, in dem er ein Zimmer für ungestörte Drogendeals gemietet hatte. Doch gerade war er aufgeflogen, dabei hatte die Polizei zwei Kilo Marihuana sichergestellt. Beim Prozess gegen den Bekannten hatte er sich nicht daran erinnern können, dass er überhaupt ein Hotelzimmer gemietet haben soll, und auch dessen Anwesenheit hatte er nicht mehr auf dem Schirm. Das Puzzle der Ermittler war deutlich überzeugender – ein Urteil zu drei Monaten Haft ohne Bewährung wegen erwiesen falscher Zeugenaussage war die Folge.

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In der Berufung vor dem Landgericht Wuppertal versuchten der Angeklagte und sein Anwalt nun ohne große Ausflüchte das schiefe Bild wieder gerade zu rücken. Die Strafe selbst wurde akzeptiert, aber die Rechtsfolgen wollte man gemindert sehen – er sei zu Vernunft gekommen, habe keinen Kontakt mehr mit der Drogenclique, unabhängig von Corona. Er habe damals schon selber nicht konsumiert und versuche nun, mit Arbeit und einer geplanten Ausbildung wieder festen Boden unter die Füße zu bekommen.

Dies bestätigte die Bewährungshelferin. Er habe sich an alle Auflagen gehalten, die Sozialprognose sei jetzt deutlich günstiger, eine erneute Hafteinweisung nicht notwendig. Darin war sie sich mit Anklage und Gericht einig – die Strafe wurde zwar auf jetzt vier Monate erhöht, aber auf Bewährung ausgesprochen.