Solingen: Landeszuschuss in Gefahr

Solingen: Landeszuschuss in Gefahr

690 000 Euro vom Land sind in den Ganztagsausbau der Carl-Ruß-Schule geflossen. Das Geld ist aber nicht in den alten, sondern in den neuen Schulstandort in Merscheid investiert worden. Die Bezirksregierung prüft den Fall jetzt.

Mit dem Umzug der Carl-Ruß-Schule ins neue Domizil an der Fürker Straße in Merscheid atmen Schüler und Lehrer auf: "Die Enge ist weg. Endlich haben wir mehr Luft." Viel zu eng ist das alte Gebäude an der Elsa-Brändström-Straße unweit des Graf-Wilhelm-Platzes geworden.

Entsprechend groß war die Begeisterung, als zu Beginn des neuen Schulhalbjahres im Februar der Umzug nach Merscheid ins Gebäude des ehemaligen Walter-Bremer-Instituts erfolgen konnte.

1,3 Millionen Euro wurden hier von der Stadt investiert in den Umbau des Schulhauses sowie in die Erweiterung mit der Errichtung einer Mensa. Die Carl-Ruß-Schule läuft im Ganztagsbetrieb. 690 000 Euro Landeszuschüsse dafür stecken in dem Projekt — Fördergeld, das im ungünstigen Fall von Solingen zurückgezahlt werden und dann folglich aus der chronisch klammen Stadtkasse beglichen werden müsste.

Udo Depping, Leiter des Stadtdienstes Schulen, erwartet das allerdings nicht. "Ich sehe keinen Grund für eine Rückzahlung", berichtete er auf Anfrage unserer Zeitung.

Stellungnahme abgegeben

Dennoch: Die Bezirksregierung hatte sich kürzlich eingeschaltet und um eine Stellungnahme der Schulverwaltung gebeten. Diese Stellungnahme sei erfolgt. Die Bezirksregierung prüfe das jetzt, erklärte Depping. Der Leiter des Stadtdienstes Schulen erwartet einen entsprechenden positiven Bescheid aus Düsseldorf in den nächsten Wochen.Jedenfalls hat es ein kommunikatives Problem im Zusammenhang mit dem Ganztagsstart der Carl-Ruß-Schule vor drei Jahren und dem Umzug an die Fürker Straße nach Merscheid gegeben. "Bei der Überprüfung der Schülerzahlen ist der Bezirksregierung aufgefallen, dass die Schule noch nicht komplett im Ganztag ist", erläuterte Depping. Dies soll nach seinen Worten wie geplant erst im neuen Schuljahr nach den Sommerferien in allen Klassen passieren. Schüler ab dem ersten bis zum zehnten Schuljahr werden in der Förderschule für emotionale und soziale Entwicklung unterrichtet.

Angesichts eines drastischen Anstiegs der Schülerzahlen in den vergangenen fünf Jahren von 65 auf 113 Kinder und den immer beengteren Bedingungen an der Elsa-Brändström-Straße ist der Ganztagsbetrieb nach seinen Worten zunächst jeweils nur bei den Fünftklässlern begonnen worden.

Zudem hatte sich bei den ersten Ausbauplanungen gezeigt, dass dieser Schulstandort in der City mit dem kleinen Pausenhof eigentlich keine Entwicklungsmöglichkeiten zulässt. Deshalb sei ein Umzug nach Merscheid und ein Ausbau dieses größeren Schulgebäudes angegangen worden, so Depping. "Das haben wir der Bezirksregierung auch mitgeteilt und einen Änderungsantrag gestellt." Dies sei auch positiv beschieden worden.

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(RP)