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Solingen: Landbäckerei besinnt sich auf Tradition

Solingen : Landbäckerei besinnt sich auf Tradition

Seit Dezember 2012 führen Stefan und Andrea Pilatus die Landbäckerei Furthmann. Die neuen Inhaber des Solinger Betriebs wollen die Kundschaft mit alten Rezepten und Backverfahren begeistern.

Die Sonne geht auf hinter den grünen Hügeln des Bergischen Landes. Mit diesem Motiv lockt die Landbäckerei Furthmann ihre Kunden schon jetzt in ihre Düsseldorfer Filialen. Bis Mitte 2014 soll das neu gestaltete Logo über dem Eingang aller Verkaufsstandorte und auf sämtlichen Brötchentüten zu sehen sein. "Damit wollen wir den Namen des Betriebs in den Vordergrund rücken und die Tradition als Landbäckerei auch bildlich hervorheben", erklärt Stefan Pilatus. Der gelernte Bäcker- und Konditormeister und seine Ehefrau Andrea übernahmen das bekannte Solinger Unternehmen im Dezember 2012. Der ehemalige Inhaber Rudolf Furthmann hatte sich bereits vor Jahren aus dem Geschäft zurückgezogen, seine Ehefrau Birgit Furthmann-Röll war auf der Suche nach einem Nachfolger, den es jedoch innerhalb der Familie nicht gab.

"Als sie sich im Oktober bei uns meldete, sind wir uns in zwei Gesprächen einig geworden", berichtet der gebürtige Mönchengladbacher Pilatus. Der 47-Jährige verfügt über jede Menge Erfahrung in seinem Metier, schließlich ist er schon seit seinem 16. Lebensjahr im Bäckereigewerbe tätig und arbeitete auch in der Backmittelindustrie.

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Sein Plan, um frischen Wind durch den 150 Jahre alten Familienbetrieb an der Kronenstraße wehen zu lassen, lässt sich kurz überschreiben mit dem Schlagwort "Tradition": "Wir haben ganz gezielt alte Rezepturen aufleben lassen", verrät Pilatus. In der Backtube arbeiten die Mitarbeiter mit Natursauerteig und verzichten auf Pakethefe. Obst für die Backwaren, wie Äpfel, Pflaumen, Pfirsiche oder Stachelbeeren, bezieht die Bäckerei vom Obstbaubetrieb der Familie Kallen auf Schloss Dyck. "Warum sollte man Lebensmittel weltweit herumfahren?" sagt Pilatus.

Auf dem morgendlichen Weg zur Arbeit lädt er die Obstkisten kurz ein. Erste Auswirkungen des neuen Konzepts spürt die Bäckerei bereits: "Es haben schon Leute angemerkt, dass das Brot frischer sei, wieder wie früher", freut sich der neue Inhaber. Auch der Umsatz habe angezogen. Über 900 Brote wandern bei der Landbäckerei Tag für Tag in die Öfen, die selbst für Tradition stehen: "Unser ältester ist 57 Jahre alt", erzählt Stefan Pilatus. Mit keiner anderen Ofentechnik könne man dieselbe Qualität erreichen. Unter dem Slogan "Alles andere als altbacken" verschreiben sich die neuen Inhaber der Landbäckerei der Mischung aus Althergebrachtem und Modernität. Zugleich setzt Pilatus auf Energieeffizienz und nahm an einer entsprechenden Beratung teil. Unter anderem ein neues Kühlsystem soll für Einsparungen sorgen.

Die Kunden möchte Pilatus außerdem durch hochwertigen Kaffee und gemütliche Sitzgelegenheiten binden. Fünf Verkaufsstätten brachte Pilatus aus seiner früheren Firma mit. Die Kapazitäten für weitere Standorte seien vorhanden, versichert er, stellt aber klar: "Wir wollen uns erst auf das bestehende Geschäft konzentrieren."

(RP)