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Kunstmuseum Solingen zeigt Sandra Schlipkoeter und Max Kratz

Kunstmuseum Solingen : Licht und Energie sind die Themen

Nach der Wiedereröffnung zeigt das Kunstmuseum in Gräfrath Ausstellungen mit Werken der Malerin Sandra Schlipkoeter und dem Bildhauer Max Kratz.

2011 malte Sandra Schlipkoeter das Bild „philips“. Die gebürtige Solingern, mittlerweile viele Jahre in Berlin lebend, hatte auf Anregung von Eberhard Havekost, ihrem Professor an der Kunstakademie Düsseldorf, ihr Spiegelbild auf dem Glas eines Fernsehgerätes fotografiert und anschließend in Malerei umgesetzt. Beim Selbstportrait aus dem Jahr 2012 sorgte Schlipkoeter durch mittels Blitzgerät erzeugte Überblendungen auf dem TV-Schirm für zusätzliche (Bild)Störungen. Die Künstlerin entdeckte dadurch das physikalische Phänomen der Interferenzen - die Überlagerungen von Wellen im optischen Raum, die komplexe Linienmuster erzeugen - und damit ein neues Stilmittel ihrer Malerei. Fortan erzeugte Schlipkoeter bewusst solche einzigartigen Interferenzen auf einem Computermonitor, die sie abfotografierte. Diese Vorlagen übersetzte die Künstlerin anschließend in fotorealistische Malerei.

Einige Bilder des Werkblocks Interferenzen zeigt Schlipkoeter ab heute im Solinger Kunstmuseum. Zusammen mit neueren, mehrschichtigen Papier-Scherenschnitten (Cut-Outs), die auf dieser Malerei aufbauen und die die Künstlerin in letzter Zeit auch in Form frei im Raum hängender silbernfarbenen Scherenschnittskulpturen in die dritte Dimension weiterentwickelt hat. Letztere stehen spürbar in der Tradition der Op-Art der 60er Jahre.

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Schlipkoeter eingeladen, ihre Werke im Kunstmuseum und damit erstmalig umfangreich in ihrer Geburtsstadt zu zeigen, hat Gisela Elbracht-Iglhaut, die Direktorin des Hauses. Die die zeitgenössische Position mit einer Präsentation von Werken des Bildhauers Max Kraatz (100 Jahre Max Kratz) aus der im Museum beheimateten Stiftung im oberen Saal für Wechselausstellung verbindet.

„Werkauswahl und Präsentation sind perfekt“, schwärmt Elbracht-Iglhaut, die in beiden Punkten Sandra Schlipkoeter freie Hand gegeben hatte. „Sandra Schlipkoeters Arbeiten haben einen Spirit - und den soll der Betrachter spüren. Hier sehe ich, dass der Spirit und die Energie, die von diesen Werken ausgeht, tatsächlich spürbar ist“, erklärt die Museumsdirektorin. „Ihre Arbeiten haben das Thema Licht und Energie - und das kommt in dieser Präsentation auch rüber.“

Sandra Schlipkoeter wurde 1979 in Solingen geboren. Von 1999 bis 2003 studierte sie an der Ruhrakademie Schwerte (Diplom), von 2004 bis 2011 an der Kunstakademie Düsseldorf (Akademiebrief). Schlipkoeter ist Meisterschülerin von Prof. Eberhard Havekost. 2012 erhielt sie auf Empfehlung von Tony Cragg den Gargonza Art Award. Schlipkoeter ist Mitbegründerin des Projektraums HilbertRaum in Berlin.