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Solingen: Kunst gegen den Leerstand in der Innenstadt

Solingen : Kunst gegen den Leerstand in der Innenstadt

In einem nicht vermieteten Ladenlokal an der Unteren Hauptstraße zeigen Eva Modrow, Lothar W. Christ und Régis Noël Bilder und Skulpturen.

Lothar W. Christ ist ein Reisender gegen den Leerstand: In etlichen leerstehenden Ladenlokalen in der Innenstadt - unter anderem am Ufergarten und an der Hauptstraße - hat der Solinger seine Metallkunst bereits gezeigt. Jetzt hat Christ einen neuen Ausstellungsraum: Seit Anfang April sind seine Werke im ehemaligen Modehaus Müller an der Hauptstraße 5 zu sehen. Und Christ hat sich Verstärkung geholt: Mit Maler Régis Noël und Töpferin Eva Modrow hat er aus den dunklen Fensterfronten des leerstehenden Geschäftes - insgesamt fast 20 Meter - eine kleine Galerie gemacht. Ihre Ausstellung steht unter dem Titel "Gegen Leerstand in Solingen".

Eine Lösung, von der alle profitieren: "Wir Künstler haben hier eine Kundenfrequenz wie sonst nie. Der Eigentümer kann sein Ladenlokal attraktiveren. Und für Passanten gibt es etwas zu sehen", sagt Christ. Seit rund 50 Jahren macht er Kunst aus Metall, seine Skulpturen und Reliefs sind aufwändig geschweißt, viele aus ausgestanzten Scherenaugen. In dutzenden Stunden fertigt er Skulpturen wie die des Hockenden, die "Pause eines Arbeiters" oder auch den aus Kupferblech gearbeiteten Wasserspeier "Der lachende Karpfen", die derzeit allesamt im Schaufenster an der Unteren Hauptstraße zu sehen sind.

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Nur wenige Schritte weiter zeigt Eva Modrow ihre Kunst aus Ton: abstrakte bunte Stelen, tönerne Figuren, jede ein anderer Typ vom Denker bis zum Alien, Vogeltränken, Frauen-Skulpturen, Fische, Frösche oder Hühner für drinnen und draußen stellt sie aus. Töpfern, sagt die Grafikdesignerin, sei ihr Hobby. "Ich finde es toll, dass wir hier die Möglichkeit haben, etwas auszustellen, was man sonst in Solingen vielleicht nicht so sieht. Und gleichzeitig wird die Innenstadt belebt." Die Hauptstraße, sagt auch Régis Noël, habe es dringend nötig, dass hier endlich etwas passiere. In seinem Teil der Schaufenster zeigt der Güterhallen-Künstler Porträts von Prominenten, von Angela Merkel, Karl Lagerfeld oder den Beatles. "Ich mache sehr viel Porträtmalerei und viele Auftragsarbeiten. Man kann alles bestellen. Dieses Ladenlokal ist eine gute Möglichkeit zu zeigen, was ich mache."

Hans Thiele, Mit-Eigentümer des Hauses an der Hauptstraße 5, hat Lothar W. Christ angesprochen - und so die Ausstellung in seinen Räumlichkeiten initiiert. "Mir geht es darum, dass der Laden attraktiv aussieht. Als Eigentümer sollte man doch versuchen, das beste aus seinem Geschäft zu machen. Wenn man jetzt hier vorbei geht, ist es ein ganz anderer Blick, was ich auch für die Eröffnung des neu gestalteten Entenpfuhls am 9. Mai wichtig finde." Seit fast einem Jahr, erzählt der Solinger, sei das Ladenlokal nicht vermietet. "Natürlich hofft man, dass so jemand auf den Laden aufmerksam wird. Wir möchten gerne neue Mieter finden, wissen jedoch auch, wie schwierig das ist."

Die Ausstellung soll zunächst für drei Monate - oder auch länger - zu sehen sein. "Ich bin selbst kunstinteressiert und finde eine solche Ausstellung eine tolle Sache", sagt Hans Thiele.

(mxh)