Kulturnacht Solingen 2019 bekommt weniger Zuschüsse

Kulturnacht in Solingen : Zuschüsse sinken, der Anspruch nicht

Rund 4000 Besucher werden zur Kulturnacht erwartet. Düsseldorf sorgt für eine Terminüberschneidung.

500 Künstlerinnen und Künstler sowie mehr als 130 Stunden Programm in zehn Event-Locations und zwölf Programmbussen sollen am Samstag, 6. April, für beste Unterhaltung während der 8. Solinger Kulturnacht sorgen. „Wir werden seit Jahren immer besser“, ist Mitorganisatorin Kati Schön überzeugt.

Die Rahmenbedingungen für die Kulturschaffenden werden dagegen eher schwieriger. „Wir haben in diesem Jahr nicht mehr ganz so viel Geld zu Verfügung“, weiß sie. Viele Künstler wollten aber unbedingt dabei sein und forderten deshalb keine großen Gagen. Der größte Anteil fließe in die Werbung für die Kulturnacht. Dank zahlreicher Sponsoren und Kooperationspartner könnten die Organisatoren im Wert von 40.000 Euro Werbemittel produzieren und Werbung schalten. Damit wolle man insbesondere in den Nachbarstädten Remscheid und Wuppertal um Besucher buhlen.

Auf Werbung in Düsseldorf oder in Teilen des Ruhrgebietes werde man aber in diesem Jahr verzichten müssen, weil dafür nicht ausreichend Geld vorhanden sei. „Dennoch erwarten wir, die Besucherzahl auf dem Vorjahresniveau halten zu können“, sagt Kati Schön. Am Wochenende werden rund 4000 zahlende Besucher erwartet, heißt es aus dem Rathaus.

Störend ist dagegen, dass die Solinger Kulturnacht zeitgleich mit der Nacht der Museen in Düsseldorf stattfindet: „Für die Freunde der Kulturnacht ist das eher unproblematisch“, glaubt Stadtsprecherin Sabine Rische. Die Erfahrung der Vorjahre zeige, „dass sich die Abwanderungen sehr in Grenzen hielten“. Es habe zwar im Vorfeld Absprachen mit dem Kulturamt der Stadt Düsseldorf gegeben. Aber die Terminplanung laufe in den beiden Städten unterschiedlich. Das Problem dabei: „Wir legen die Termine für die Kulturnacht gleich für mehrere Jahre fest“, erklärt Sabine Rische. Das sei wegen der Vielzahl der beteiligten Künstler auch notwendig. In Düsseldorf plane man dagegen kurzfristiger. „Da kann es dann in einzelnen Jahren zu Überschneidungen kommen.“

Trotz der schwierigen Rahmenbedingungen sei die Solinger Kultur auf einem guten Weg, gibt man sich im Rathaus überzeugt: „In Solingen hat sich eine beachtliche Kulturlandschaft entwickelt, die sich ständig weiter entwickelt. Es gibt ein intensives ehrenamtliches Engagement.“ Das Programm im Theater und Konzerthaus komme gut an, die Musikschule sei erfolgreich, das Zentrum für verfolgte Künste habe Strahlkraft über die Stadtgrenzen hinaus. „Und wir arbeiten an der weiteren Entwicklung, etwa mit den Zukunftskonzepten für das Theater und Konzerthaus oder das Deutsche Klingenmuseum“, betont die Stadtsprecherin.

Ein Höhepunkt der Kulturnacht ist die Fahrt mit einem der zwölf strombetriebenen Oberleitungsbusse. Mit einem Livemusik-Programm werden die Busse, die von Kulturstern zu Kulturstern fahren, selbst zum Kulturort. Nach einer kleinen nächtlichen Pause geht es am nächsten Sonntagmorgen weiter: Denn ab 11 Uhr beginnt der Kulturmorgen. Von 11 bis 15 Uhr sind über 40 Ausstellungen und Ateliers in der ganzen Stadt geöffnet.

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