Kultkneipe Tom Bombadil in Solingen

Kultkneipe Tom Bombadil : Und wann kommt Inspector Barnaby?

Die Kult-Kneipe „Tom Bombadil“ versprüht an der Burger Landstraße den Charme Cornwalls.

Der urgemütliche Gastraum mit seiner verspielt-rustikalen Ausstattung wirkt ein wenig, als würde jeden Moment Inspector Barnaby aus der gleichnamigen Krimiserie für ein paar Fragen an die holzvertäfelte Theke herantreten: Denn der Pub „Tom Bombadil“ versprüht den Charme Südenglands. Dazu passen die englisch-sprachigen Deko-Schilder ebenso wie die Segler-Motive an den Fachwerkwänden. „Das Bild ist bei einer Regatta vor der Küste Cornwalls entstanden“, erzählt Klaus Krämer und deutet auf eine Fotografie. Der wild-romantische Landstrich im äußersten Südwesten Großbritanniens hat es dem 54-Jährigen angetan. Folgerichtig hat er dem „Tom Bombadil“ den Zusatznamen „Traditional Cornish Pub“ verpasst.

Seit Oktober 2018 führt Krämer die Geschäfte in der Gaststätte, die es unter diesem Namen schon seit rund 40 Jahren gibt. Über die Hälfte dieser Zeit prägte Régine Lampmann. Im vergangenen Jahr zog sich die Inhaberin zurück – und fand in Krämer einen Betreiber, dessen persönliche Gastronomiegeschichte eng mit dem Pub verknüpft ist: „Hier habe ich als 18-, 19-Jähriger angefangen zu kellnern“, berichtet der langjährige Wirt des „Steinenhaus“ am Pfaffenberger Weg. Nach dessen Schließung betrieb er die Gaststätte „Königsmühle“, dann zog es den Freiwilligen Feuerwehrmann ins Morgenland: Als „Fire Figthing Supervisor“ arbeitete er in den Vereinigten Arabischen Emiraten.

Welcome ins Tom Bombadil. Foto: Moll, Jürgen (jumo)

Im September des vergangenen Jahres kehrte er von dort zurück an jenen Ort, der ihn gastronomisch beeinflusste. Ein paar Renovierungsarbeiten standen an – zum Beispiel in der Küche und im Flur. „Bis auf kleine Details ist es der gleiche Pub“, betont er. Die Speisekarte haben er und seine Ehefrau neu gestaltet: Zu den beliebtesten neuen Gerichten gehört zum Beispiel der „Steak- & Ale-Pie“, ein Gulasch aus Steakfleisch in einer Biersoße mit Kartoffelpüree und Käse überbracken. Auch Flammkuchen kommen laut Krämer bei den Gästen gut an.

Nach sieben Monaten seines Engagements zieht er eine positive Zwischenbilanz: „Es ist bisher gut gelaufen“, sagt der Gastwirt, der bei seiner Arbeit auch auf altbekannte Mitstreiterinnen zurückgreifen kann. Zwei seiner vier Servicekräfte hatten schon im „Steinenhaus“ gearbeitet. Eine der Frauen war dort bereits schon im Kindesalter mit den Eltern zu Gast gewesen.

Auch Live-Musik bietet das „Tom Bombadil“ weiterhin – wenn auch nicht im gleichen Umfang wie zuletzt: Es gehe darum, einen Mittelweg zu finden zwischen Musikfreunden und Gästen, die einfach entspannt etwas trinken, essen und sich dabei unterhalten wollten, erklärt Krämer. Ein Konzert pro Monat findet in der Regel statt – schwerpunktmäßig im Folk-Pop-Bereich. „Es muss zum Konzept des Pubs passen“, sagt der Betreiber. Nächster musikalischer Gast ist am Mittwoch, 15. Mai, ab 19 Uhr der Solinger Singer/Songwriter John Forest. Der Eintritt ist frei. Um eine Spende für den Musiker wird gebeten.

Mehr von RP ONLINE