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Solingen/Haan: Kronenberg verlagert nach Haan

Solingen/Haan : Kronenberg verlagert nach Haan

Im Sommer dieses Jahres startet die Ed. Kronenberg GmbH mit den Bauarbeiten für ein neues Werk auf einem 25 000 Quadratmeter großen Gelände im Haaner Technologiepark. Ende 2013 kehrt das alteingessene Unternehmen mit seinen 70 Beschäftigten dann Solingen den Rücken und verlagert Produktion und Verwaltung in die Nachbarstadt.

Der Rat der Stadt Haan hat am Dienstagabend dem Grundstücksverkauf an das 1867 gegründete Solinger Unternehmen einstimmig befürwortet. "Kronenberg hat bei uns bessere Expansionsmöglichkeiten, im Sommer vergangenen Jahres ist das Unternehmen auf uns zugekommen, es bekommt jetzt die letzte größere Fläche im ersten Bauabschnitt des Technologieparkes", sagt der Haaner Wirtschaftsförderer Elmar Jünemann.

"Das neue Betriebsgelände in Haan bietet uns bessere logistische Möglichkeiten als die bisherigen beiden Fertigungsstätten an der Dingshauser Straße und der Beethovenstraße", erklären die Geschäftsführer, Ralf M. Kronenberg (41) und sein Cousin Frank Kronenberg (45). Seit zehn Jahren leiten sie die Geschicke des Unternehmens, das Stahlverbindungselemente und Systemlösungen für die Isolierglasindustrie herstellt. Darüber hinaus ist die Eduard Kronenberg GmbH Lieferant der Automobilindustrie — beispielsweise Federscheiben für Stoßdämpfer — und der Solarenergie-Branche. "Unseren Aufstieg zu einem weltweit erfolgreichen Unternehmen im Bereich der Stanz- und Kunststofftechnik verdanken wir zweifellos auch dem Qualitätssiegel ,made in Solingen'", erklärt Ralf M. Kronenberg.

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Doch die äußeren Umstände zwangen das Unternehmen zum Handeln, nachdem vor 17 Jahren zusätzlich zum Stammhaus an der Dingshauser Straße ein zweites Werk an der Beethovenstraße eröffnet worden war: "Eine solche Zweiteilung des Tagesgeschäftes hat zwangsläufig Kompromisse zur Folge. Es war von Anfang an klar, dass diese Form der Unternehmensstruktur nur ein zeitlich befristetes Provisorium darstellen konnte", erklärt Frank Kronenberg.

Beide Geschäftsführer betonen die gute Zusammenarbeit und umfangreiche Verhandlungen mit der Solinger Wirtschaftsförderung: "Unsere Flächenansprüche konnte Solingen jedoch beim besten Willen leider nicht erfüllen." Das bestätigt der Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung, Frank Balkenhol: "Dreh- und Angelpunkt war eine 25 000 Quadratmeter große Grundstücksfläche. Die möglichen Flächenangebote aus Solingen deckten sich nicht mit den Anforderungen des Unternehmens. Insbesondere was zeitliche und planerische Vorgaben anging." Notwendige Anpassungen wären auf Grund des Zeitdrucks anstehender Aufträge "nur mit erheblichen Risiken für die Firma umsetzbar gewesen", ergänzt der Wirtschaftsförderer.

Gute Lage nahe der A 46, Topografie, Erweiterbarkeit und die Möglichkeit der kurzfristigen Umsetzung — für die Kronenberg-Geschäftsführer sprach letztlich alles für den neuen Standort in Haan. "Bei der Auswahl spielte auch die räumliche Nähe zu Solingen eine wichtige Rolle", sagen die Geschäftsführer mit Blick auf die Mitarbeiter. Denen wollte man in puncto künftigen Arbeitsweg "keine unnötigen Belastungen" zumuten.

Wie die Standorte an der Beethovenstraße und der Dingshauser Straße nach Wegzug der Firma Kronenberg genutzt werden, steht noch nicht fest. Klar ist aber: "Wir wollen diese Betriebsgrundstücke verkaufen", sagt Justine Duda von der Marketing-Abteilung der Firma Kronenberg.

(uwv)