Solingen: Korkenziehertrasse: 80 Bäume müssen weichen

Solingen: Korkenziehertrasse: 80 Bäume müssen weichen

Nur zwei, drei Sekunden dauert es, dann hat Haze Camo den Ast mit der Kettensäge vom Baum abgetrennt. Er hält ihn kurz in einer Hand, legt die Säge beiseite und wirft den Zweig dann nach unten. Denn Camo arbeitet in rund fünf Metern Höhe, auf einem Hubsteiger.

Der Baumpfleger eines Gelsenkirchener Unternehmens zerlegt zusammen mit zwei Kollegen im Auftrag der Stadt Solingen bruchgefährdete Bäume an der Korkenziehertrasse. Rund 20 Robinien — auch Scheinakazien genannt — waren gestern Mittag am Bahnhof Mitte bereits gefällt. Etwa 60 weitere sollen in den nächsten Tagen folgen. Die Stadt hofft, angesichts des guten Wetters schon diese Woche alle Arbeiten beenden zu können.

"Die Bäume sind 50 bis 60 Jahre alt und neigen dazu, brüchig zu werden", erklärt Andreas Wippermann, Abteilungsleiter im Technischen Betrieb Solingen (TBS). Außerdem stünden sie zum Teil nahe an der Mauerkrone der Bahnböschung. "Hier kann es passieren, dass die Wurzeln Mauerteile heraussprengen."

Eine Gefahr für die Fußgänger und Radfahrer. Für die Arbeiten ist die Trasse in den betroffenen Teilstücken daher im Moment gesperrt. Doch auch die Fällarbeiten selbst sind nicht ohne. "Weil die Böschung so steil ist, müssen wir uns immer mit einem Seil absichern", sagt Haze Camo. Der TBS hatte die Beseitigung der Trassenbäume am Bahnhof Mitte sowie in den Bereichen Eckstraße und Kasinostraße sowohl mit dem Stadtdienst Natur und Umwelt sowie mit der Bezirksvertretung Mitte abgestimmt. Kostenpunkt: rund 25 000 Euro.

"Auch die Bahn schneidet ihre Flächen entlang der Gleise etwa alle 30 Jahre herunter", berichtet Andreas Wippermann. Die Robinien siedelten sich dort in der Regel selbst an, weil sie anspruchslos seien und mit kargen Bodenverhältnissen sehr gut klar kämen. Neupflanzungen seien an den gerodeten Flächen deshalb nicht nötig. "Die Robinien kommen wieder. Es werden aber vermutlich auch Ahorn und Birke dort wachsen."

(RP)