Solingen: Konzept für Sanierung des Rasspe-Areals

Solingen: Konzept für Sanierung des Rasspe-Areals

Im Frühjahr legt der Verband für Flächenrecycling und Altlastensanierung Ergebnisse über die Untersuchungen von Solingens größter Industriebrache vor. Mit Neuansiedlungen auf dem Gelände wird spätestens 2019 gerechnet.

Im Schraubenlager wurde im Juni die Solingen-Party gefeiert, zu Beginn des Jahres sorgte ein Dachstuhlbrand auf dem vorderen Rasspe-Gebäude nahe der Kohlfurth ebenfalls für viel Aufsehen. Und auch als Filmkulisse hat das Gelände schon mehrfach gedient - zuletzt im April dieses Jahres für Dreharbeiten zu "Marie Brand".

Eher im Verborgenen arbeiten dagegen die Experten, die seit wenigen Monaten im Auftrag des Verbandes für Flächenrecycling und Altlastensanierung (AAV) die 6,6 Hektar große Industriebrache Stück für Stück unter die Lupe nehmen. Ein entsprechender Vertrag dafür wurde kurz vor Weihnachten 2015 zwischen dem AAV und der Stadt Solingen geschlossen. Mit Blick auf eine Sanierung wird das Gelände derzeit untersucht, eine Planung angelegt, zudem ein Rückbaukonzept aufgestellt. "Wir wollen, dass alles nachprüfbar ist", sagt der Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung, Frank Balkenhol, zur transparenten Vorgehensweise. Er rechnet mit ersten Ergebnissen der Untersuchungen und einem eventuellem Rückbaukonzept im Frühjahr 2017. "Der AAV hat das Heft des Handelns in der Hand", ergänzt Balkenhol mit Blick auf Solingens größte Industriebrache.

Die gehört seit Anfang Juli vergangenen Jahres der Stadt beziehungsweise der Solinger Wirtschaftsförderung. Im Rahmen eines Bieterverfahrens durch den Bau- und Liegenschaftsbetrieb (BLB) Nordrhein-Westfalen bekam Solingen als Höchstbietender den Zuschlag für das zuvor herrenlose Areal erteilt und hatte sich gegen zwei weitere Konkurrenten durchgesetzt. Läuft alles nach Plan, dann will die Wirtschaftsförderung spätestens ab 2019 auf dem alten Rasspe-Gelände in der Kohlfurth neue Unternehmen ansiedeln. "Ein genauer Zeitpunkt ist insbesondere davon abhängig, welche Ergebnisse die derzeit laufenden Altlastenuntersuchungen liefern und welche Maßnahmen mit welchen Aufwänden und Laufzeiten eingeleitet werden müssen", sagt Frank Balkenhol. Er sieht in dem Gelände von seiner Lage und Anbindung an die Metropolregionen Rheinland und Ruhrgebiet etwas Besonderes. "Besonders sind auch unsere Ansprüche an die Breitband-Erschließung und damit die Nutzung für Firmen, die im Digitalisierungszeitalter speziellen Anforderungen unterliegen", ergänzt der Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung.

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Oberbürgermeister Tim Kurzbach hat Ende August dieses Jahres jedenfalls "aufsehenerregende Entwicklungen" für den Standort in Stöcken angekündigt: Das Rasspe-Areal soll zu einem Zentrum der 3D-Technik entwickelt werden, so die Vorstellung des Verwaltungschefs. Er geht davon aus, dass in Stöcken insgesamt rund 500 neue Arbeitsplätze entstehen. Pro Hektar Gewerbefläche rechnet Kurzbach auch mit 170.000 Euro an Gewerbesteuern. Für das gesamte Gelände wären das bei entsprechender Vermarktung etwa 1,1 Millionen Euro Gewerbesteuer im Jahr.

Doch das ist noch Zukunftsmusik. Im nächsten Jahr steht zunächst die Sanierung der Industriebrache auf dem Programm. Das kostet Geld: Die Kosten für die Reaktivierung des 6,6 Hektar großen Geländes sind mit rund fünf Millionen Euro veranschlagt. 80 Prozent davon wird der Verband für Flächenrecycling und Altlastensanierung vorfinanzieren.

(uwv)
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