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Solingen: Konjunktur kühlt ab

Solingen : Konjunktur kühlt ab

Den Firmen im Bergischen geht es überwiegend gut, erste dunkle Wolken sind aber erkennbar.

Die Wirtschaft in Solingen, Remscheid und Wuppertal sonnt sich nach wie vor im Konjunkturhoch. "Der stabile konjunkturelle Aufschwung hat seinen Höhepunkt erreicht", erklärte gestern der Präsident der bergischen Industrie- und Handelskammer (IHK), Friedhelm Sträter. Nach einer Umfrage der IHK unter 320 Unternehmen mit etwa 21 000 Beschäftigten im Kammerbezirk spricht die große Mehrzahl der Befragten von einer guten oder befriedigenden Geschäftslage. "Nur zwei Prozent sind unzufrieden", so Sträter. Der Geschäftslage-Index liegt in diesem Herbst mit plus 46 nur knapp unter dem Höchstwert von 47, der im Frühjahr 2011 ermittelt wurde.

Verteilt auf die drei bergischen Großstädte ist der Geschäftslage-Index in Remscheid mit 54 am höchsten, es folgt Wuppertal mit 48. Solingen weist aber nur noch einen Index von plus 23 auf, nach 34 im Frühjahr und 43 zu Beginn des Jahres. "In Solingen hat der Aufschwung viel früher angefangen als in Wuppertal und Remscheid", so IHK-Hauptgeschäftsführer Michael Wenge. "Gleichwohl herrscht in Solingen noch überwiegend eine optimistische Stimmung", ergänzt IHK-Geschäftsführer Uwe Mensch.

Dennoch sind erste dunkle Wolken und damit ein Abkühlen der Konjunktur erkennbar – auch das hat die Herbstumfrage der IHK ergeben. "Schon über ein Fünftel der Befragten rechnet mit einer Verschlechterung", erklärt Friedhelm Sträter. Dafür verantwortlich seien in erster Linie die unsicheren wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, vor allem die ungelöste Euro- und Staatsschuldenkrise. Sorgen bereiten den Unternehmen auch die Rohstoffpreisentwicklung und eine mögliche Abschwächung der Inlandsnachfrage. Kein akutes Problem ist dagegen der Fachkräftemangel "dank der Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen" der Unternehmen.

Produktion gut ausgelastet

Zurzeit seien die Auftragsbücher der Unternehmen jedoch noch gut gefüllt, Umsatz- und Ertragszuwächse werden anvisiert. "Die Produktionskapazitäten sind gut ausgelastet", weiß der IHK-Präsident. Und das sei nicht nur für die Industrie so, sondern auch im Dienstleistungsgewerbe, in der Baubranche oder auch im Einzelhandel. "Die Mehrheit der Einzelhändler ist durchaus zufrieden", betont Friedhelm Sträter. Allerdings würden viele kleinere Händler über eine schlechte Geschäftssituation klagen. Der Preisdruck senke die Handelsspannen und werde voraussichtlich zu niedrigen Gewinnen führen.

Im Aufwärtstrend sieht sich hingegen das Gastgewerbe, bei den bergischen Verkehrsunternehmen bewerten knapp zwei Drittel ihre Geschäftslage als zufriedenstellend. Düster sieht es aber bei Taxi- und Mietwagenfirmen aus. Knapp die Hälfte meldet hier eine schlechte Lage.

(RP)