Kommentar: Zukunftschancen im Bergischen Land

Ansichtssache : Die Region hat nur gemeinsam eine Zukunftschance

Das Bergische Städtedreieck kann die Zukunft nur gemeinsam meistern. Jede Stadt für sich alleine stünde auf verlorenem Posten.

Beim Neujahrsempfang der Bergischen Industrie- und Handelskammer (IHK) wurde eines deutlich: Es geht im Bergischen nur gemeinsam und nicht gegeneinander. Von daher ist die Spitze der IHK sehr erfreut, dass das zähe Ringen zwischen Wuppertal und Remscheid um die Rücknahme der vollkommen unnötigen Klageverfahren zum geplanten Designer Outlet Center (DOC) in Remscheid nun endgültig vom Tisch ist.

Wuppertal hat lange Zeit das DOC in Remscheid torpediert, weil es Schaden für den Einzelhandel befürchtete. Aber Kunden, egal ob sie aus Solingen, Remscheid oder Wuppertal kommen, entscheiden für sich selbst, wo sie einkaufen gehen. Das ist im Rahmen des Wettbewerbs auch gut so. Kunden nehmen, falls erforderlich, auch längere Wege in Kauf, um etwas Neues zu entdecken. Im Outlet-Center im niederländischen Roermond beispielsweise sind deshalb auch viele Bergische anzutreffen.

Gemeinsam bergisch die Zukunft gestalten – bei den zahlreichen Herausforderungen, die zu meistern sind, kommt es darauf an, miteinander zu reden und nicht übereinander. Nur im engen Schulterschluss kann sich das Bergische Städtedreieck entwickeln. Jede Stadt für sich alleine wäre auf der Verliererseite, denn Fördergelder werden zumeist nicht an einzelne Kommunen, vielmehr an Regionen verteilt. Und das Bergische hat zusammen eine Menge zu bieten. Die Region verfügt über eine hohe Patentdichte, gemessen an der Bruttowertschöpfung gibt die Region mit 862 Millionen Euro deutlich mehr für Forschung und Entwicklung aus als jede andere Wirtschaftsregion in Nordrhein-Westfalen.

Auch das zeigt, es kommt auf den Zusammenhalt und die Zusammenarbeit an. Das will die Industrie- und Handelskammer, sowohl im Haupt-, als auch im Ehrenamt, jedenfalls nachhaltig unterstützen. Mit dem neuen Format der Stadtteilgespräche will sie zusammen mit den Wirtschaftsjunioren in die Stadtteile des Bergischen Städtedreiecks gehen, sei es in Solingen-Burg, in Wuppertal-Ronsdorf oder in Remscheid-Lüttringhausen. Die IHK will hier zwar ihre Dienstleistungen vorstellen, aber auch hören, wo den Unternehmen der Schuh drückt. Unter dem Strich wird aber auch durch solche Aktionen die Gemeinsamkeit gestärkt.