Solingen Kohlfurth: LKA ermittelt nach den Bränden

Solingen · Noch immer ist unklar, weshalb zuletzt in der Kohlfurth immer wieder Autos einer einzelnen Familie in Flammen aufgegangen sind. Aus diesem Grund hat die Polizei nun auch das Landeskriminalamt (LKA) in die Ermittlungen miteinbezogen. Das sagte am Freitag eine Sprecherin des auch für Solingen zuständigen Polizeipräsidiums Wuppertal unserer Zeitung. Darüber hinaus betonte die Sprecherin, die Streifenbesatzungen der Polizei seien angewiesen worden, die Situation in der Kohlfurth genau im Auge zu halten.

 Matthias Marsch von der Bürgerinitiative Kohlfurth

Matthias Marsch von der Bürgerinitiative Kohlfurth

Foto: mak (Archiv)

Gutachten in Auftrag gegeben

Zurzeit werden die von der Polizei nach den Bränden gesammelten Spuren von den Experten des LKA ausgewertet. Ein Gutachten, das die genaue Brandursache ermitteln soll, wurde in Auftrag gegeben. "Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren", sagte die Sprecherin. Die Beamten gehen nämlich davon aus, dass die Brände an insgesamt fünf Fahrzeugen seit dem ersten Weihnachtsfeiertag mit einiger Wahrscheinlichkeit von Brandstiftern gelegt wurden.

Ein Umstand, der in dem kleinen Stadtteil zwischen Solingen und Wuppertal zu einer großen Verunsicherung der Bewohner führte. "Man hat das Gefühl, dass in der Kohlfurth nachts zwischen 2 und 4 Uhr Schwerkriminelle unterwegs sind", sagte gestern eine Frau, die wie die anderen Nachbarn fürchtet, dass irgendwann einmal auch Menschen zu Schaden kommen. Zuletzt hatte sich die Bürgerinitiative Kohlfurther Brücke mit einem Appell an die Öffentlichkeit gewandt. Die Bürgerinitiative fordert von der Polizei eine schnelle Aufklärung der Brandserie. "Die Leute haben einfach Angst, dass noch mehr passiert", sagte gestern der Sprecher der Bürgerinitiative, Matthias Marsch, im Gespräch mit unserer Zeitung.

Bei der betroffenen Familie hatte es schon einmal, vor ziemlich genau drei Jahren, ein schlimmes Feuer gegeben. Im Februar 2009 war das Haus der Familie teilweise abgebrannt. Einige Wochen später stürzte die Ruine dann ein, das Haus wurde endgültig im Jahr 2010 abgerissen. Der Schaden betrug seinerzeit mindestens 250 000 Euro. Da am Brandort bei späteren Untersuchungen ein Kanister gefunden wurde, kam bereits damals der Verdacht auf, das Feuer könnte gelegt worden sein.

Ermittlungen die die Staatsanwaltschaft Wuppertal daraufhin anstrengte und die sich auch gegen den Eigentümer des Hauses richteten, brachten aber kein diesbezügliches Ergebnis. Die betroffene Familie soll laut Nachbarn erklärt haben, sich die Brände selbst nicht erklären zu können.

(RP/ila)
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