Körperverletzung im Amt: Solinger Polizei-Kollegen sagen aus

Körperverletzung im Amt : Attacke auf Jugendlichen – Polizei-Kollegen sagen aus

Zur Klärung einer Körperverletzung im Amt, die einem Polizeibeamten vorgeworfen wird, wurden nun im Berufungsverfahren einige Kollegen aus dieser Nacht als Zeugen gehört.

Diese waren damals in unmittelbarer Nähe, als der jugendliche Kläger, schwer unter Alkohol, auf dem Parkplatz der Wache in Solingen-Wald randalierte und zur Ausnüchterung gebracht werden sollte. Der Grund für die Verurteilung soll gewesen sein, dass der angeklagte Polizist grundlos und unerwartet den eigentlich friedlichen 17-jährigen von hinten zusammengeschlagen haben soll – im Beisein seiner Eltern.

Der erste Zeuge war schon bei dessen Festnahme im Umfeld einer Party auf der Straße dabei, um die Kollegen zu unterstützen. Die hatten die Situation im Griff und den randalierenden Jugendlichen fixiert, bevor sie ihn auf die Wache brachten. Dort sah der Zeuge ihn auf dem Parkplatz wieder, als er selbst einen anderen Festgenommenen in der Wache abgab. Da er ein Scheppern gehört haben will und die Situation undurchsichtig zu werden drohte, lief er sofort wieder raus. Die Eltern hätten ihren Sohn nicht unter Kontrolle gehabt, das Schimpfen und die Beleidigungen seien unüberhörbar gewesen. Die Mutter habe ihm noch auf dem Parkplatz gesagt, das passiere schon mal, wenn Alkohol und abgesetzte Medikamente zusammenkämen. Dann schepperte es erneut. In der Folge habe seine Kollegin der schimpfenden Mutter noch einen Platzverweis erteilt.

Die Aussage einer weiteren Wachbediensteten wurde verlesen: Danach habe der Kläger bereits vor der Blutprobe randaliert, sie bat den zufällig anwesenden angeklagten Polizisten um Hilfe. Abwehren musste sie die Eltern, die auch bei der Blutprobe mit dabei sein und ihren Sohn sofort mitnehmen wollten. Der hatte sich bereits durch einen Kopfstoß gegen eine Wand eine Platzwunde zugezogen. Nach dem Intermezzo auf dem Parkplatz habe sie keine neuen Verletzungen feststellen können.

Ein dritter Kollege bestätigte, dass das Verhalten des Jugendlichen sehr aggressiv und unberechenbar ­gewesen sei. Die Eltern hätten hysterisch reagiert und gleich mit Dienstaufsichtsbeschwerden und der Presse gedroht. Das Verhalten des Polizisten aber, der nach seiner Sicht auf die bedrohliche Haltung gegen ihn reagiert hätte, sei in Ordnung gewesen. Er hätte genauso gehandelt.

Dass der nun angeklagte Kollege auf Aufforderung so gehandelt habe, konnte man auch dem Protokoll der Leiterin der Wache entnehmen.