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Köpfe des Jahres in Solingen: Von DJ über Baulöwe bis Chefarzt

Solinger Köpfe des Jahres : Von DJ über Baulöwe bis Chefarzt

Für diese acht Solinger war das zurückliegende Jahr ein ganz besonderes – und das nicht nur wegen der Corona-Pandemie. Der eine feierte einen Welthit, der andere beendete still und leise seine Karriere als Handballprofi. Andere standen plötzlich in der Öffentlichtkeit, die sonst im Hintergrund wirken.

Tobias Topic

Es vergeht kein Tag, an dem „Breaking Me“ nicht irgendwo im Radio läuft. Dabei hat Tobias Topic den Song bereits Ende 2019 produziert. Vier Jahre nach dem Mega-Hit „Home“,  den er mit Nico Santos hatte, holte sich DJ Topic mit dem Schweden A7S abermals einen Sänger mit einer markanten Stimme ins Boot. „Breaking Me“ startete durch, wurde zu einem Welt-Hit. In den deutschen Verkaufscharts rangiert er auf Platz fünf, in vielen Ländern rund um den Globus stürmten die Dance-Beats die Spitze der Charts. Deutschland selbst schmückt sich gerne damit, dass der so international daher kommende Song nicht in den USA, Großbritannien oder Schweden produziert worden ist. Bei WDR 2 beispielsweise wurde man nicht müde zu betonen, jedes Mal wenn „Breaking Me“ gespielt wurde, dass DJ Topic aus Solingen stammt. Zum großen Glück hätte nur gefehlt, wenn der 28-Jährige in seinem Erfolgsjahr 2020 auf den ganz großen Festivals hätte auflegen können.

Tim Kurzbach

2020 hatte es für Oberbürgermeister Tim Kurzbach (SPD) in sich – und das im positiven wie im negativen Sinne. Denn zum einen schaffte es der Sozialdemokrat bei den Kommunalwahlen im September, sich bereits im ersten Wahlgang die Wiederwahl zu sichern. Aber auf der anderen Seite lief 2020 aufgrund der Corona-Pandemie auch für den OB – wie für alle anderen Solinger – so gar nicht, wie man es sich zuvor gedacht hatte. Lockdowns, immer neue Regelungen und zuletzt sogar eine Ausgangsbeschränkung: Das Jahr kam nicht aus dem Krisenmodus raus.  Trauriger Höhepunkt war dabei gewiss der Tod von fünf Kindern, die im September mutmaßlich von der eigenen Mutter umgebracht wurden. Tagelang war Solingen in den Schlagzeilen. Wobei Kurzbach nun hofft, dass 2021 anders wird – und er sich wieder verstärkt den „normalen“ Problemen“ der Stadt wie etwa Digitalisierung, Finanzen und Verkehr widmen kann.

Annette Heibges

In normalen Zeiten gehören Leiter von Gesundheitsämtern eher zu jenen Zeitgenossen, die vornehmlich im Hintergrund wirken. Doch was war 2020 schon normal ? Für Dr. Annette Heibges, Leiterin des Solinger Gesundheitsamtes, liefen die zurückliegenden Monate jedenfalls eher ungewöhnlich ab. Im März erreichte das Coronavirus auch Solingen, so dass Heibges und ihre Mitarbeiter vor neuen Herausforderungen standen. Wie lassen sich sogenannte Infektionsketten unter Bedingungen einer sich ausbreitenden Pandemie nachverfolgen ? Und durch welche Maßnahmen ist es möglich, die Virus-Ausbreitung zu stoppen oder wenigstens einzudämmen ? Zuletzt ging es darum, die Voraussetzungen für den Start der Impfungen zu schaffen. Wobei dieser Punkt zumindest die Hoffnung gibt, dass 2021 wieder etwas normaler werden wird.

Kristian Nippes

Es hat beim Bergischen HC Tradition, dass die Spieler, die den Verein verlassen, im Rahmen des letzten Heimspiels einer Handballsaison verabschiedet werden. Bei Kristian Nippes wären unter normalen Umständen reichlich Tränen geflossen, weil es ein bewegender Abschied geworden wäre. Neben Trainer Sebastian Hinze war „Nippi“ schließlich das einzige verbliebene Urgestein des BHC beziehungsweise des Vorgängervereins SG Solingen. Anfang des Jahres hatte sich der 32-Jährige – inzwischen frischgebackener Vater  einer Tochter – dazu entschlossen, seine Karriere als Handballprofi zu beenden. Statt die letzten Spiele genießen zu können, wurde die Bundesliga-Saison bekanntlich abgebrochen. Wer die BHC-Familie kennt, der weiß, dass die Abschiedsfeier irgendwann groß nachgeholt wird.

Winfried Randerath

Neulich hat sich Prof. Dr. Winfried Randerath, Chefarzt am Krankenhaus Bethanien, geoutet. Bei einer Video-Pressekonferenz war auf einem Poster hinter dem Mediziner deutlich zu erkennen, dass er es fußballtechnisch mit Borussia Mönchengladbach hält. Ein Steilpass für den ebenfalls an der Konferenz teilnehmenden Solinger Oberbürgermeister Tim Kurzbach, der als bekennender Fan des 1. FC Köln dem Professor daraufhin erst einmal die Freundschaft kündigte. Was natürlich nur ein Spaß war, gehört Prof. Randerath doch während der Corona-Pandemie zu den unbestrittenen Fachleuten in der Stadt, ohne die die aktuelle Krise gar nicht zu bewältigen wäre. Von Beginn an sorgten Randerath und sein Krankenhaus-Team zusammen mit den anderen Kliniken in der Klingenstadt dafür, dass genug Betten für Covid-19-Patienten zur Verfügung standen. Dabei hätte aber sicher auch Randerath liebend gern auf diese Mehrarbeit verzichtet. Denn schließlich ging der normale Krankenhaus-Alltag 2020 wie gewohnt weiter.

Daniel Huppert

Pech hatte der neue Generalmusikdirektor. Von Daniel Huppert wurde erwartet, schnell zu zeigen, dass die Schuhe des Vorgängers Peter Kuhn nicht zu groß sind. Bei den wenigen Konzerten, die die Bergischen Symphoniker 2020 spielen konnten, wurde deutlich: Daniel Huppert trägt die Schuhe anders. Er setzt seinen Weg fort, das Orchester stets zu einer Klangeinheit zu formen, die mit viel Dynamik volles Volumen erzeugt und dort, wo es sinnvoll ist, Akzente in den ruhigen Passagen setzt, um wieder in den Gesamtklang zurückzufinden. Huppert bewies auch viel Engagement, indem er den Corona-Spielplan schnell aufstellte und immer spielen ließ, wenn es irgendwie ging. Stets mit dem Anspruch eines Profiorchesters – auch wenn nur die kleine Besetzung möglich war.

Claudia Schepanski

Die Solinger Polizeichefin Claudia Schepanski blickt auf ein bewegtes Jahr zurück. Sorgte sie im März zunächst für Diskussionen, als sie bei einem Pressegespräch die Innenstadt in puncto Kriminalität als Brennpunkt bezeichnete, distanzierte sie sich später von dieser Aussage. Zahlen, mit denen die Solinger Behörde vor der Veröffentlichung der offiziellen Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) an die Öffentlichkeit gegangen war, seien nicht aussagekräftig, hieß es später. Eine belastbare Aussage, wie sich die Kriminalität in der City tatsächlich entwickelt hat, wird sich wohl erst nach der Veröffentlichung der PKS 2020 treffen lassen. Insgesamt war die Polizei in diesem Jahr stark eingespannt, weil sie Mitarbeiter des Ordnungsamtes bei der Kontrolle der Corona-Schutzmaßnahmen unterstützte.

Sam Jordan

Der Mann will seiner Heimatstadt einen neuen Stempel aufdrücken sowie hoch hinaus – wobei letztgenannter Punkt durchaus wörtlich zu verstehen ist.  So hat Sam Jordan, Geschäftsführer der Firma Raumvision by MSD Immobilien, im nun zu Ende gehenden Jahr als Immobilienentwickler gleich eine ganze Reihe von Projekten angekündigt, die später einmal – nach einer Realisierung – das Aussehen der Stadt nachhaltig verändern könnten. Beispielsweise will Jordan auf dem alten Grossmann-Areal in Wald ein modernes Quartier schaffen, bei dem Wohnen und Gewerbe auf intelligente Art verbunden werden. Unter anderem hat der Geschäftsmann die Idee ins Spiel gebracht, auf dem Gelände am Rande des Walder Zentrums das höchste Haus Solingens zu errichten. Gleichzeitig engagiert sich Sam Jordan aber nicht nur in Wald. Denn darüber hinaus  verfolgt der Unternehmer auch in der Solinger Innenstadt mit dem Signal-Iduna-Haus am Neumarkt und in Burg mit der einstigen, vor über zwei Jahren geschlossenen Jugendherberge neue Pläne.

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