Köln 50667: Andree Katic aus Solingen spielt den Herzensbrecher

Solinger spielt Rolle in "Köln 50667": "Keiner guckt die Serie, aber alle kennen sie"

Seit 2013 spielt der Solinger in der Reality-Soap die Rolle des Fitnesstrainers Patrick Schumann.

Der Solinger Andree Katic spielt seit 2013 in der Reality-Soap "Köln 50667" die Rolle des Fitnesstrainers Patrick Schumann. Wir haben ihn am Drehort in Köln besucht.

Das Schnittstudio ist nur ein paar Büros entfernt. Hin und wieder schallen die Stimmen der Darsteller über den Flur. Die Welt der RTL II-Reality-Soap "50667 Köln" ist zum Greifen nah. Bis zu 800.000 Zuschauer schalten jeden Tag ein, wenn RTL II mit leicht verwackelter Kamera den Darstellern über die Schulter guckt. Im Moment aber ist Drehpause.

Andree Katic, der hier jeden Tag in die Rolle des Patrick Schumann schlüpft, nimmt sich einen Augenblick Zeit - auch um sich an alte Zeiten zu erinnern, an seine Kindheit in Solingen, den Sprung ins Fernsehen. Die Studios in Hürth kennt er inzwischen wie seine Westentasche. Er ist Teil der großen Köln-Familie.

Seine Rolle: der Herzensbrecher

Lange Zeit träumte der begeisterte Sportler von der Basketball-Bundesliga. Diese Spielszene im Trikot der damaligen BG Solingen liegt rund sieben Jahre zurück. Foto: Kempner Martin

Befindet er sich hier in seinem Element? "Ich bin eigentlich eher der schüchterne Typ", erzählt Andree Katic und lächelt dann dieses verschmitzte Lächeln, das die Zuschauer von Patrick Schumann kennen. Vor fünf Jahren schlüpfte er zum ersten Mal in die Rolle des Fitnesstrainers und Herzensbrechers. Dabei stand eine Fernsehkarriere bis zum letzten Moment auf der Kippe. "Ich arbeitete schon als Model", erzählt der 33-Jährige. Damals rief die Produktionsfirma bei seiner Agentur an und lud ihn zum Casting ein. "Als ich vor der Tür stand, wollte ich abhauen", erinnert er sich. "Ich wollte nicht vor der Kamera reden, das war gar nicht mein Ding." Er tat es aber doch und überzeugte - auch ohne Schauspielerausbildung oder Erfahrung vor der Filmkamera.

Er bekam erste Angebote. Und lehnte ab. "Das waren Formate, die ich einfach nicht wollte", erzählt er. Damals rief er bei der Produktionsfirma an und bat, ihn aus der Kartei zu nehmen. Er wolle weiterhin Geschäftsführer im Fitnessstudio bleiben und nebenbei modeln. Aber dann rief die Produktionsfirma an und bot ihm jenen Job bei "50667 Köln" an. Und er griff zu. Warum er dieses Mal ja sagte ? "Das war keine Eintagsfliege, sondern eine tägliche Serie", sagt er. "Das hat mir gefallen."

Begeisterter Sportler

Damals stellte er sein Leben zum zweiten Mal auf den Kopf. Eigentlich hatte er nach der Schule Konstruktionstechnik gelernt. "Um erstmal irgendwas zu lernen", sagt er heute. Andree Katic arbeitete als Logistikcontroller, auf dem Bau und nutzte jede freie Minute für seinen Sport. Mit sieben Jahren hatte er sich in Solingen beim Bodenturnen ausprobiert, mit neun beim Kampfsport angefangen und mit zehn seinen Bruder zum Basketball begleitet. Als er 17 wurde, besuchte er zum ersten Mal ein Fitnessstudio. "Ich hatte schon immer diesen Hang zum Sport", sagt Andree Katic. Und zwischendurch spielte er mit dem Gedanken, an eine Profikarriere als Basketballer.

Mit der BG Solingen spielte er in der Regionalliga, gehörte zur Kreisauswahl und träumte von der Bundesliga. Der Traum platzte, aber sein Hobby machte er damals trotzdem zum Beruf. "Das habe ich nie bereut", sagt er. Er wurde Bodybuilder, Trainer im Fitnessstudio, schließlich Geschäftsführer und gab den Posten auch für die Fernsehkarriere nur ungern auf.

"Wie kannst du da mitspielen?"

"Aber meine Rolle ist auf mich zugeschnitten", erzählt er. Er spielt einen Fitnesstrainer, sportlich und hin und wieder als Moralapostel unterwegs - und wer seine Rollen-Biografie liest, entdeckt nicht nur eine Kerbe im Bettpfosten. "Manche Szenen kann ich gar nicht nachvollziehen", räumt Andree Katic ein. Dann müsse der Schauspieltrainer einspringen und ihm dabei helfen, Emotionen richtig rüber zu bringen. "Aber am Ende ist das eben meine Arbeit", sagt Andree Katic, "nicht mehr und nicht weniger."

Und dann werden eben die Szenen gespielt und der Text gelernt, der im Drehbuch steht. Natürlich kenne er die Kritik. "Mich sprechen die Menschen manchmal an, wie ich da mitspielen kann", sagt er. Seine Antwort kommt prompt: "Keiner guckt sie, aber alle kennen sie", sagt er. Auf inhaltliche Diskussionen lasse er sich da gar nicht ein. "Der Erfolg ist unsere Bestätigung".

Wenn er zurück nach Solingen kommt, zu seinen Freunden und zu seiner Familie, dann lässt er die Rolle Zuhause in Neuss. "Ich bin immer der Gleiche geblieben", sagt er. "Und Zuhause leben die Menschen, die mich wirklich kennen." Seine Eltern hätten ihm mit auf den Weg gegeben, nicht überheblich zu sein, sondern dankbar und höflich. Und seinen Freunden habe er gesagt: "Wenn ich doch mal abhebe, sagt mir Bescheid." Dann hält Andree Katic kurz inne: "Aber warum auch ? Ich habe gar keinen Grund, abzuheben. Jeder macht seinen Job."

(RP)